Veröffentlicht in Allgemein, Ernährung, Konsum, Mobilität, Motivation, Sonntagsjoker

Tag 12: Der innere Kampf und das Wort zum Sonntag

Liebe Tina, vielen Dank für die Nominierung.

hildir-altinok1Ich heiße Hidir Altinok und arbeite seit Januar 2015 als Klimaschutzmanager der Stadt Neumarkt. Zufälligerweise bin ich Nachfolger von Tina Paulus. Zufall? Jetzt weiß ich, warum du mich nominiert hast Tina. 😉


Epilog

Sonntag, 12. März 2017 oder Montag, 13. März 2017… vielleicht auch später.
Liebe Leserin oder Leser, während du gerade vor dem Bildschirm sitzt (wahlweise hast du auch dein Smartphone in der Hand) um den heutigen Blogbeitrag zu lesen, befinde ich mich gerade im Flugzeug. flugzeug-hidirOder ich treffe Vorbereitungen für den anstehenden Flug. Vielleicht bin ich auch schon gelandet. Eventuell bin ich beim Mittag- oder schon beim Abendessen. Ich weiß es nicht. Du auch nicht. Ist auch egal, denn darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich geflogen bin. Nein, nicht selber…aber ich saß im Flugzeug. Es hat abgehoben und ist wieder gelandet. Todsünde! Naja, nicht im religiösen Sinne, rechtlich auch nicht. Schon, wenn man CO2-Fasten will. Das ist natürlich ein Dilemma. Mein Gewissen kann mir das nicht durchgehen lassen…und mein Gewissen ist hartnäckig.


Prolog

Dienstag, 28. Februar 2017.
Herrlich. Das Projekt steht. Ab morgen starten wir Klimaschutzmanager /-innen der Metropolregion das CO2-Fasten. In den letzten Tagen habe ich viel mit Kolleginnen und Kollegen telefoniert um auszuloten wer noch alles mitmachen möchte bei dieser schönen Aktion. Die Pressemitteilung haben wir intern abgestimmt, und gestern an die Medien gesendet. Die Resonanz ist gut, sowohl online als auch in den Zeitungen. Und gerade vorhin hat sich ein lokaler Radiosender für ein Interview gemeldet. Es soll heute aufgezeichnet, und bis morgen – zum Start der Aktion – geschnitten und veröffentlicht werden. Ich fühle mich hierfür bestens vorbereitet, denn ich war dabei, als die Idee entstand, habe mitorganisiert, weiß wer alles dabei ist und was hinter der Aktion steckt. Somit fühle ich mich für das Interview bestens vorbereitet. Es beginnt…Begrüßung…Vorstellung…erste Frage: „Herr Altinok, was haben Sie persönlich sich für die Fastenzeit vorgenommen? Worauf werden Sie verzichten?“.



Hmm ja, gute Frage…irgendwie hatte ich bisher nur das Große und Ganze im Blick. Das ist schön und gut, aber wie schaut eigentlich mein persönlicher Beitrag aus…?


Meine Vorsätze

Also gut, dieses Interview habe ich zum Anlass genommen um mein Verhalten zu hinterfragen. Da bei mir demnächst ein Umzug ansteht, überspringe ich die Punkte Heizverhalten und Stromverbrauch. Dafür konzentriere ich mich umso mehr auf Ernährung/Konsumverhalten und Mobilität.

Ich habe festgestellt, dass ich bei der Ernährung und mit meinem Konsumverhalten grün punkten kann. Ich ernähre mich vegetarisch. Schon seit ich etwa 5 Jahre alt bin. Das hatte natürlich zunächst nichts mit Klimaschutz zu tun (keine Details hierzu, long story). Aber mittlerweile beachte ich diesen Aspekt auch und kaufe regional und Bio-Lebensmittel. Direkt in meiner Umgebung gibt es mehrere Supermärkte, so dass ich locker mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Einkaufen gehen kann. Ich bin nicht der Typ für Großeinkäufe und Kisten muss ich auch nicht schleppen, da ich grundsätzlich Wasser aus der Leitung bzw. zu jeder Tageszeit Tee trinke. Mein sonstiges Konsumverhalten löst keine Freudentänze bei den Berechnern des BIP aus, weder bei der Bekleidung, noch bei Elektrogeräten Das hört sich ganz gut an, aber es ist Potenzial vorhanden.

Daraus ergibt sich Vorsatz 1: Vegan ernähren! Also keine Milch, Eier und Käse bis Mitte April. Nun, ich bin sowieso nicht der große Milchtrinker, auf Eier kann ich auch verzichten (bei Eiern fallen mir sowieso nur Lebensmittelskandale ein), alles easy, aber Käse? Kann ich hier nicht eine Ausnahme machen?
Schon meldet sich mein Gewissen:
–    Ist das ein Aprilscherz?
–    Nö, wir haben doch März.
–    Wie willst du dich vegan ernähren, wenn du auf Käse nicht verzichtest?
–    Ich kann ja ab und an davon abweichen.
–    Wie soll das aussehen?
–    Ich esse zum Beispiel nur 6 mal die Woche Käse zum Frühstück…im Brot versteckt, dann merkt es auch keiner…und Sonntags bleibe ich länger im Bett.
–    Na toll, das ist dann aber nicht vegan.
–    Dann bin ich halt Flexiveganer.
–    So etwas gibt es nicht.
–    Super, ich melde gleich morgen Patent an.
–    Wenn schon vegan, dann richtig!
–    Aber ich verzichte doch schon auf Milch und Eier.
–    Woraus wird denn Käse hergestellt du Schlaumeier?
–   …
–   …
–    Jaa, ok ok…

Also gut, überzeugt, dann eben komplett vegan. Zum Glück hilft mir der Wochenmarkt dabei.

Auch in Sachen Mobilität fühle ich mich umweltfreundlich. Mein Fahrrad ist mein Hauptfortbewegungsmittel sowohl auf dem Weg in die Arbeit, als auch in der Freizeit.  Sollte ich es – wie gerade – in der Werkstatt haben, dann erlauben mir die Entfernungen zu Fuß zu gehen.  Innerhalb Deutschlands bin ich ansonsten mit dem Zug mobil. Auto kommt nur zu den Auswärtsspielen beim Fussball zum Einsatz und da auch als Fahrgemeinschaft und mit abwechselnden Fahrern. Daraus ergibt sich Vorsatz 2: das Auto bleibt in der Fastenzeit stehen!
Schon meldet sich wieder mein Gewissen:
–    Was ist mit Fliegen?
–    Was soll mit denen sein?
–    Nicht die Insekten, deine Flugreisen!
–    Ach so…
–    Steht bei dir nicht demnächst ein Flug an?
–    Das hatte ich schon vor Monaten gebucht.
–    Ändert nichts an der Tatsache.
–    Dafür lasse ich die ganze Zeit über das Auto stehen.
–    Ein Flug nach Südeuropa ist genauso schädlich wie ein Jahr lang Autofahren.
–    Oh…
–    Wusstest du, dass ein Flug von Frankfurt nach San Francisco fünf Quadratmeter Arktiseis verschwinden lässt? Pro Passagier!
–    Ich frage mich gerade, warum du das weißt und ich nicht…

Wieder erwischt….Ich erinnere mich an Lenas Tipp und gehe zu atmosfair.de. Um meinen Flug zu kompensieren werde ich knapp 30 Euro überweisen.

Atmosphaer-Flugkompensation

Laut Atmosfair ist der Flugverkehr für etwa 10 % der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung verantwortlich. Mein anstehender Flug an die Ostküste Spaniens verursacht 880 kg CO2. Das ist mehr als die Hälfte der Pro-Kopf Jahresemission eines Menschen in Indien. Die Fakten sind tatsächlich zu gewichtig. Also führt das zu Vorsatz 3: In der Fastenzeit und darüber hinaus werden Flüge – sofern nicht vermeidbar – mit einer Ausgleichszahlung kompensiert.


Das Wort zum Sonntag

Nachdem der bisherige Teil eher mit einem Augenzwinkern zu lesen ist, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf ein ernsteres Thema lenken. Beim Lesen des Blogs und bei der Erstellung dieses Beitrags ist mir immer wieder eine Sache aufgefallen. Wir alle haben die Wahl. Wir dürfen entscheiden, ob und worauf wir verzichten wollen. Wenn wir unsere Wahlmöglichkeit mit dem Klimaschutz im Hintergrund abwägen, dann fällt die Entscheidung eigentlich immer eindeutig. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir wählen dürfen. Und dass es Menschen gibt, die nicht in dieser glücklichen Lage sich befinden. Beispiele hierfür gibt es auf der Welt zu genüge, egal ob in Afrika, im Nahen Osten, in Asien…oder auch in Kolumbien. Dort werden indigene Gruppen wegen dem Kohleabbau umgesiedelt. Ihre Heimat wollen Sie nicht verlassen, aber sie haben keine Wahl.

Was geht uns das eigentlich an? Hier in Deutschland ist der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, die erneuerbaren Energien expandieren (wenn auch nicht mehr so stark), die Steinkohleförderung wird eingestellt. Trotzdem gehen in Deutschland eine Reihe von Kohlekraftwerken ans Netz, die in den letzten Jahren gebaut wurden. Die Kohle dafür kommt aus dem Ausland. Und einer der größten Lieferanten ist Kolumbien.

02 - La buena vida - PlakatIn Kolumbien wird durch den Kohleabbau die einst unberührte Landschaft und damit auch die Lebensgrundlage der Wayúu-Gemeinschaft zerstört. Regisseur Jens Schanze hat darüber einen Film gedreht, der am 22. März in Neumarkt gezeigt wird. «La buena vida – Das gute Leben» erzählt die Geschichte der Dorfgemeinschaft Tamaquito, ihren Kampf gegen die gewaltsame Vertreibung und um ihr Leben in den Wäldern vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Energiekonsums, den das Streben nach Wachstum und Wohlstand verursacht.

Gutes Leben bedeutet dabei für die Bewohner von Tamaquito eindeutig etwas anderes als für Bergbaukonzerne, für dessen Kohletagebau das kolumbianische Dorf weichen soll. Jens Schanze hat die Umsiedlung des Dorfes in einem Zeitraum von fünf Jahren begleitet und wird im Anschluss der Filmvorführung in Neumarkt bei einer Publikumsdiskussion über seine Erfahrungen sprechen.

Die Dorfgemeinschaft Tamaquito hat seit der Umsiedlung unter anderem keine Wasserversorgung mehr. Deshalb wurde von den Zuschauern des Filmes eine Petition initiiert, um den Aufruf nach einer Wasserversorgung zu unterstützen. Genau um die Unterstützung dieser Petition möchte ich euch alle nun aufrufen.

Geht bitte unter: https://weact.campact.de/p/tamaquito und unterzeichnet die Petition. Es ist eine kleine Geste und dauert nicht einmal eine Minute..


Meine Tipps für euch:

1. Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich

2_3_isswas_titelEin tolles Buch der Heinrich Böll Stiftung. Eigentlich für Kinder und Jugendliche, aber ich finde man sollte es genauso vielen Erwachsenen vorlegen. Es werden sehr anschaulich alle Fragen rund um das Thema Fleisch beantwortet. Man kann es sich hier bestellen bzw. kostenlos online herunterladen: https://www.boell.de/de/2016/03/01/iss-was-tiere-fleisch-ich

2. Glücklich ohne Geld!  (von Raphael Fellmer)

gog_buchcoverAuch dieses Buch kann man sich kostenlos online herunterladen. (http://www.raphaelfellmer.de/buch-gluecklich-ohne-geld/) . Es ist die Geschichte eines Konsumverweigerers. Ich bin noch nicht durch, aber bisher ist es sehr interessant.

3. Mia San Bio e.V.

https://miasanbio.jimdo.com/

Eine Gruppe Menschen hat sich zu einem Verein zusammengeschlossen und bestellt sich wöchentlich saisonales Obst und Gemüse. Durch größere Abnahmen sparen sie sich Geld und Verpackungen. Schöne Idee die zum Nachahmen einlädt.


Übergabe des Staffelstabes

claudia-bierbaumFür morgen nominiere ich Claudia Bierbaum aus Wunsiedel. Liebe Claudia, ich bin sehr gespannt, was du dir alles vorgenommen hast.

Autor:

Klimaschutzmanager der Stadt Neumarkt i.d.OPf.

7 Kommentare zu „Tag 12: Der innere Kampf und das Wort zum Sonntag

  1. Lieber Hidir,
    auch dein Beitrag zeigt, dass wir alle, obwohl wir im Vergleich zum „Durchschnittsdeuten “ schon recht klimaverträglich leben, Aspekte im Leben haben, die noch verbesserungswürdig sind. Daher finde ich die Fastenstaffel auch so interessant, denn es wird sich zeigen, ob wir schon das für uns maximal mögliche tun (ohne zu sehr an Lebensqualität einbüßen zu müssen) oder ob wir doch noch etwas an unseren Gewohnheiten zu Gunsten des Klimaschutzes ändern können.
    Bei dem Thema vegane Ernährung haben wir uns ja die gleichen Vorsätze gemacht – mal sehen, was wir beide damit für Erfahrungen machen!
    Das Beispiel Kolumbien zeigt deutlich, dass Entscheidungen oft auch eine Kehrseite habe, an die unsereins oft gar nicht denkt. Es ist traurig, dass Konzerne mit viel Macht teilweise zu Lasten der ärmeren Weltbevölkerung agieren, ohne dass man dies i.d.R. überhaupt erfährt. Natürlich liegt hier auch bei uns die Pflicht, Entscheidungen und Entwicklungen zu hinterfragen. Jedoch wird dies im Rahmen des globalen Handels immer schwieriger.
    Vielen Dank auch für deine Buchtipps! Der Mia San Bio e.V. ist ein sehr interessanter Ansatz, der sich bestimmt auch auf andere Regionen übertragen lässt.

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  2. Lieber Hidir,
    Dein Dialog mit Deinem Gewissen finde ich super, er zeigt, wie wir um richtige Entscheidungen ringen müssen. Der wichtigste Schritt ist aber schon mal, sich Fragen zu stellen und überlegte Entscheidungen zu treffen. Das tun noch viel zu wenige Menschen. Aber es ist auch gar nicht so einfach, dazu braucht es 1) ein Bewusstsein über die Auswirkungen unserer Lebensweise auf das Klima und damit auch 2) auf die Lebensbedingungen anderer Menschen, die noch stärker von Klimaveränderungen betroffen sind, sowie 2) Wissen über Alternativen und widerum deren Klimaverträglichkeit. Klingt alles mords aufwendig, wer weiß, was und ob es was bringt, „da mach‘ ich doch einfach weiter wie bisher“ …
    Ich wünsche mir natürlich, dass viele Menschen sich Gedanken machen und Fragen stellen. Aber um möglichst Viele hin zu einem klimaverträglicheren Leben zu bringen, muss man bereits einfache Anworten liefern können. Wir machen ein tolles Experiment und machen dabei Erfahrungen, super wäre es, wenn wir zum Schluss daraus einen kleinen „Klimaknigge“ machen könnten als „Lebenshilfe“ für jedermann.

    Jetzt wünsch‘ ich Dir noch einen schönen Urlaub!

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    1. Ich habe E.Mails von einer unser Leserinnen erhalten, die zurecht darauf verweist, dass unser Selbstversuch eine gewisse elitäre Note hat. Unsere Diskussionen über Kompensationszahlungen für Flugreisen oder vegane Milchersatzprodukte kamen bei ihr, die jeden Euro zweimal umdrehen muss, nicht gut an. Ein eventueller „Klima-Knigge“ dürfte nicht vergessen, dass es Menschen mit geringem Einkommen gibt, die kein Geld für Flugreisen oder klimabelastende Luxusgüter haben und die dadurch quasi notgedrungen klimaverträglicher leben.

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      1. Lieber Bernd, da hast Du vollkommen recht. Unser Selbstversuch ist in gewisser Weise elitär und stellt uns vor Fragen, die andere gar nicht zur Auswahl haben, weil der Alltag diese Alternativen gar nicht zulässt. Ich finde auch, dass wir das bei unseren Antworten zu Möglichkeiten des CO2-Sparens mitbedenken sollten. In der Regel haben die Menschen mit höherem Einkommen auch einen höheren CO2-Fußabdruck, selbst wenn Sie ein stärkeres Umweltbewusstsein haben. Und das ist meistens die Folge von mehr Konsum und … Mobilität! Leute mit geringem Einkommen haben dagegen oft eine schlechtere CO2-Bilanz im Bereich Wohnen, hier Heizen und Strom, weil sowohl der Wohnraum als auch die Geräte meist nicht dem neuesten Standard entsprechen. Wiederum hat aber die Bevölkerungsgruppe mit weniger Einkommen oft mehr Kindern, so dass sich hier der Verbrauch pro Person auch wieder relativiert … Trotz alledem könnte hier CO2-Sparen zu einer deutlichen Entlastung der Haushaltskasse beitragen.
        Ich denke, Wege zum CO2-Sparen sind vielfältig und muss die verschiedenen Lebenssituationen berücksichtigen. Die Anforderungen können auch mehrstufig sein, vom „Einsteiger“ bis zum „Achiever“. Und ganz wichtig finde ich, dass wir, die eher Besserverdiener und zumindest auf der Sonnenseite Stehenden, in gewisser Weise mit unseren „Lebensstilen“ Vorbilder sein können, also aufzeigen, dass „Weniger der neue Luxus ist“, wie Tina so schön sagte.

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  3. Lieber Hidir,
    was deinen Dialog zwischen dir und deinem Gewissen anbelangt, sprichst du mir aus der Seele, Auch ich überlege ständig, was ich bereit bin zu tun und was nicht. Das ist, wie Bernd oben beschrieben hat, eine gewisse Art von Dekadenz. Der Hinweis von dir, dass wir die Möglichkeit haben zu optieren, legt den Finger nochmal in die Wunde. Die Umsiedlung von indigenen Gruppen in Kolumbien für unseren Energiekonsum ist natürlich ein absolutes No-Go. An dieser Stelle muss ich aber auch sagen, dass wir, was den Kohleabbau betrifft, ähnliche Probleme in Deutschland, und zwar im speziellen in Sachsen und am Niederrhein haben. So umfasst der Braunkohletagebau Garzweiler I und II das Gebiet zwischen den Städten Bedburg, Grevenbroich, Jüchen, Erkelenz und Möchengladbach (meine ehemalige Heimat). In den vergangenen 50 Jahren wurden 16 Orte dem Erdboden gleichgemacht. Mehr als 11.000 Menschen mussten dafür weichen. Diesen wurde natürlich nicht die Lebensgrundlage entzogen, wie den betroffenen Menschen in Kolumbien. Allerdings sind die sozialen und auch ökologischen Schäden für die Region Niederrhein nicht von der Hand zu weisen. Durch Grundwasserabsenkungen kommt es zu Problemen in der Trinkwasserversorgung der umliegenden Ortschaften, zu Schäden an Gebäuden, zum Austrocknen von Gewässern und Feuchtgebieten. Wir sollten uns, unabhängig von den nationalen und internationalen Auswirkungen, in diesem Zusammenhang mal fragen, wo unser Energiehunger uns noch hinführt.
    Herzliche Grüße
    Stephan

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  4. Lieber Hidir,
    du bringst es auf den Punkt. In vielerlei Hinsicht ist es oft die Konsequenz, die auch mir besonders schwer fällt.

    Um auf den Kommentar von der Mail zurückzukommen, die Berd Rothammel erhalten hat. Es stimmt, wir Klimaschutzmanager*innen haben den Vorteil, dass wir ständig mit dem Thema konfrontiert sind, uns es dadurch bei uns besonders präsent ist. Kauf- und Verhaltensentscheidungen sind ja immer ein Abwägungsprozess. Kosten / Nutzen / Bequemlichkeit / Praktikabilität / (scheinbares) Bedürfnis / …. Da ist schon viel gewonnen, wenn mehr Meschen das Thema Ressourceneffizienz mit in die Abwägung nehmen.

    Weiter pflichte ich Susanne Stangl bei: je mehr Einkommen, desto höher ist die Versuchung und Wahrscheinlichkeit, einen hohen CO2-Fußabdruck zu haben. Da das Potential von umfangreichem Konsum und Lebensstil ist dann nicht mehr durch finanzielle Engpässe eingeschränkt.

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