Veröffentlicht in Klimaschutzinfos, Motivation

Tag 23: Klimaschutz und Öffentlichkeitsarbeit – untrennbar miteinander verbunden!?!

Vielen Dank an Dominik für Deinen tollen Beitrag!

Mit vielem rechnet man,

damit nicht unbedingt, vor allem, da ich mir für die diesjährige Fastenzeit nicht wirklich was vorgenommen habe…

Nun, da wir uns ja noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen.

sebastian-regensburger-miniIch bin Sebastian Regensburger und seit 01.03.2017, neben Angela Ziegler, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Roth!

Mein erster Arbeitstag bestand aus: Unterschriften abgeben (davon jede Menge), Vorstellen, Organisatorisches, Räumlichkeiten  besichtigen – kurz das Übliche!

Und meine erste Aufgabe: Fasten! – wie Fasten? – Klimaschutzfasten! – aha ok!

So weit so gut, ich habe mich spontan entschlossen, hier auch meinen Beitrag zu leisten und verknüpfe diesen auch ziemlich nah an dem mir „zugelosten“ – in Zusammenhang mit Klimaschutzfasten vielleicht etwas schwer greifbaren – Thema Öffentlichkeitsarbeit.

 

Was ist eigentlich Öffentlichkeitsarbeit?

Der Begriff Public Relations wurde erstmals 1882 an der Yale University (USA) verwendet.

Seit 1917 wird die Bezeichnung Öffentlichkeitsarbeit im deutschen Sprachgebrauch benutzt.

Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet ganz allgemein die Vermittlungstätigkeit zwischen Organisationen und ihren Bezugsgruppen.

 

Ein kurzer geschichtlicher Ausflug…

  • im antiken Griechenland und Rom: Gedanken über die Relevanz der öffentlichen Meinung.
  • 1622: Gründung der Congregatio de propaganda fide durch Papst Gregor XV., kurz Propaganda genannt.
  • 1641: New England’s First Fruits in London veröffentlicht die erste PR-Broschüre (mit dem Ziel „fund raising“)
  • 1848 (Deutschland): Gründung des „Ministerialzeitungsbüros“ für staatliche Öffentlichkeitsarbeit (ab 1851 „Zentralstelle für Presseangelegenheiten“)
  • Mitte des 19. Jahrhunderts (USA): Presseagenten insbesondere für die Eisenbahn und „Zirkus“, wie zum Beispiel für das American Museum von P.T. Barnum (www.lostmuseum.cuny.edu)
  • 1851 wahrscheinlich erstes PR-Event: die Firma Krupp lässt auf der ersten Weltausstellung einen großen Stahlblock präsentieren
  • 1886 richtet Suppengewürzhersteller Julius Maggi in Deutschland ein „Reclame- und Pressebüro“ ein, um seine Produkte bekannter zu machen und um sie besser zu vermarkten.
  • 1906: Das erste staatliche „Pressebüro“ entstand in Magdeburg, 1914 waren es bereits 20 kommunale Pressestellen.
  • bis 1918: Kriegs-PR, um die Bereitschaft für Kriegsanleihen, Spenden und in den Krieg zu ziehen zu steigern, der Beruf entstand.
  • 1933–1945: In der Zeit des Nationalsozialismus stand Pressearbeit unter großem Einfluss und sogar Vorbehalt der politischen Propaganda.
  • 1945–1958: Nach dem Krieg setzte in der Bundesrepublik Deutschland eine Entdeckung von Public Relations nach amerikanischem Vorbild ein und entwickelte sich rasch zu einem Berufsfeld.
  • bis 1985: Nach der Gründung des Berufsverbands in der Bundesrepublik Deutschland wuchs die Branche und entwickelte berufspraktische Ausbildungswege.
  • seit 1985: Enormes Wachstum bei den PR-Agenturen, zugleich Akademisierung des Berufs. Grund ist die steigende Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für Organisationen

 

Öffentlichkeitsarbeit und Klimaschutz

Wie wir wissen, spielt die Öffentlichkeitsarbeit in der Regionalentwicklung und damit auch im kommunalen Klimaschutz eine entscheidende Rolle!

Ganz allgemein muss man bei der Planung und Durchführung von Klimaschutzprojekten folgende Fragen im Auge behalten:

    1. Aufgabe/IST-Situation: Worin besteht die Aufgabe?
    2. Zielgruppen/Stakeholder: Wen sprechen wir an?
    3. Ziele/SOLL-Situation: Welches sind die Ziele der Kommunikation?
    4. Welche Reaktion/Wirkung soll erzeugt werden
    5. Inhalte: Mit welchen Botschaften kann ich die Zielgruppe erreichen? Welche Fakten und Argumente verwenden wir, welche Gegenargumente gibt es?
    6. Maßnahmen: Mit welchen Kommunikationsmitteln/Medien kann ich die Botschaften transportieren?
    7. Zeitplanung: Wann muss ich die Mittel einsetzen, um die Botschaften zu transportieren?
    8. Kosten: Was für ein Budget steht zur Verfügung?

Umsetzung

 danach:

    1. Erfolgskontrolle: Erzielen die Maßnahmen die beabsichtigte Wirkung?

 

Schnittstelle Öffentlichkeitsarbeit zu Marketing

Die Öffentlichkeitsarbeit ist das Eine, ein erfolgreiches Marketing das Andere.

Hier spreche ich zwei konkrete Modelle an, die als „Handwerkszeug“ im Klimaschutzmanagement nützlich sein können.

Im Modell „Value Proposition Canvas“ kann anschaulich der Zusammenhang von Kunden zu Produkte/Service, Nutzen zu Nutzenstifter und Schmerz zu Schmerzkiller dargestellt werden. Beispielhafter Ansatz für uns: Klimaschutzmanager = Dienstleister; Gemeinde = Kunde.

Value Proposition Canvas (2)
Value Proposition Canvas

 

Über das „Business Model Canvas“ lassen sich Geschäftsmodellinnovationen und, eher für Klimaschutzmanager interessant, Produktinnovationen und deren Zusammenhänge anschaulich und übersichtlich darstellen. Was ist das Wertangebot? – Wer sind die Schlüsselpartner und was die Schlüsselaktivitäten/-ressourcen? Wer sind die Kunden und über welche Kanäle werden diese erreicht? Wie ist die Kostenstruktur und gibt es Einnahmequellen?

Anwendbar sind diese Modelle für verschiedenste Projekte im Klimaschutz.

Business Model Canvas
Business Model Canvas

 

Interessante Links zu beiden Modellen

https://ut11.net/blog/der-value-proposition-canvas/

https://en.wikipedia.org/wiki/Business_Model_Canvas

 

Mein persönlicher Beitrag…

Mein Beitrag liegt in der Aufklärung meines persönlichen Umfeldes (Familie/Verwandte, Freunde, Studienkollegen) zum Thema Klimaschutz. Im Zusammenhang mit meiner neuen Anstellung erzähle ich nicht nur „Ich arbeite jetzt am Landratsamt. Punkt.“, sondern erläutere die Stelle eines Klimaschutzmanagers genauer und sensibilisiere mein Umfeld zum Thema.

  • Warum Klimaschutz auf regionaler Ebene?
  • Was macht man da?
  • Wie wird Klimaschutz auf regionaler Ebene gefördert/finanziert?
  • Bezug zu nationalen und internationalen Klimaschutzzielen?
  • Kann man sich als normaler Bürger einbringen?
  • Gibt es den Klimaschutzmanager nur im Landkreis Roth? (natürlich nein 😉 )

 

Mein Beitrag ist zwar nicht konkret messbar, wie beispielsweise Zug/Rad fahren statt PKW, Plastik im Alltag minimieren, Abfall reduzieren oder allgemein den Konsum einschränken,

trotzdem ist die Öffentlichkeitsarbeit ein – nicht nur in der Fastenzeit – wichtiger Punkt unserer Tätigkeit.

Ach ja, und dass ich euch hier bisschen was über Öffentlichkeitsarbeit und Marketing erzählt hab, sehe ich auch als kleinen Fastenbeitrag 😉

Ok ich gebe zu, meine Ausführungen sind mir vielleicht etwas theoretisch und trocken geraten 🙂

 

Übergabe des Staffelstabs

walter-egelseer-miniTrotz alledem gebe ich den Staffelstab weiter an Walter nach Neumarkt…

viel Spaß bei deinen Ausführungen!

 

Quelle Bilder: 1) http://www.dorftrommel.at/wp-content/uploads/Oeffentlichkeitsarbeit.jpg

2) http://businessmodelalchemist.com/blog/2012/08/achieve-product-market-fit-with-our-brand-new-value-proposition-designer.html

3) http://joinlocals.de/gruenderwissen-das-business-model-canvas/

 

Ein Kommentar zu „Tag 23: Klimaschutz und Öffentlichkeitsarbeit – untrennbar miteinander verbunden!?!

  1. Lieber Sebastian,
    ab und zu mit einer „trockenen“ Lehrstunde mal wieder oder überhaupt an die wichtigen Instrumente und Praktiken der Kommunikation erinnert zu werden, tut not – danke!

    „Gutes tun, aber auch darüber reden“, steht eigentlich im Zentrum unserer Arbeit. Denn das eine kommt ohne das andere nicht aus. Obwohl oder gerade weil ich mir denken kann, dass viele auch zu unserem Blog sagen werden: „Alles nur heiße Luft“, „Ihr habt leicht reden, so kann das bei den meisten aber nicht klappen“, „Während Ihr schlau redet, machen andere das doch längst“.

    Trotzdem muss es d i e Devise im „Klimaschutzmanagement“ sein, denn nur dann können gute Vorbilder als Beispiele dienen, die wiederum andere zum Nachmachen anregen. EIne wirklich wichtige Multiplikationsaufgabe, ohne die die Klimaschutzbemühungen vieler Einzelner nicht zur „Massenbewegung“ und damit zum Erfolg führen wird.

    Mit herzlichen Grüßen aus Regensburg,
    Susanne

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