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Tag 31: Die Götterdämmerung und der Aufstieg des Phoenix

Klima-Fasten?

Aber locker, kein Thema. Alles schon gemacht. Pappenstiel. Piece of Cake. Dachte ich mir so. Und jetzt halte ich den Staffelstab – danke, Ralf.

Teil 1: Die Klimagöttin

27.2.2017: Ich bin neu hier. Gesa Thomas mein Name, habe gerade meine Unterlagen zur Einstellung als Klimaschutzmanagerin des Landkreises Bayreuth abgegeben und darf jetzt noch einen Blick ins Büro werfen, das ich ab dem 1.3. beziehen werde. Und dann der verheißungsvolle Satz vom neuen Chef: „Wir Klimamanager der Metropolregion beginnen  übrigens am Mittwoch eine CO2-Fasten-Staffel, falls Du Lust hast mitzumachen…“ Und dann noch der Nachsatz: „Die meisten Leute wissen zum Beispiel gar nicht, dass Butter ein echter Klimakiller ist…“ Hmm, zu diesen Menschen zählte bis eben auch ich, aber wie ein Blitz durchfahren mich jede Menge grandioser Ideen zur Klimarettung, die mir gar nicht schwer fallen werden, und Butter benutze ich eh nur zum Backen, für Mehlschwitze und auf Rosinenbrot – keine Frage, ich bin dabei!

Brainstorming auf dem nach-Hause-Weg (natürlich auf meinem durch Beinkraft getriebenen kinetischen Vehikel): Das Haus haben wir weitestgehend energetisch saniert mit Außendämmung, Dachdämmung, Kellerabdichtung, 17m2 Solarthermie, dreifach-verglasten Fenstern, Lüftungsanlage bauen wir gerade ein und Kellerdeckendämmung folgt bald. Wir haben fast ausschließlich energieeffiziente Geräte. Ich kaufe häufig Bioprodukte und esse selten Fleisch. Ich bevorzuge saisonale Produkte. Und ich fahre mit dem Radl (s.o.) zur Arbeit. Unsere drei Kinder spielen viel draußen und dürfen nicht so häufig vor dem Bildschirm hinvegetieren. In beschwingtem Höhenflug erreicht die Klimagöttin heimische Gefilde.

Dort  berichte ich begeistert von der CO2-Fasten-Idee: Kein Fleisch. Keine Butter. Das Auto ab und zu stehen lassen. Weiterhin bewusst einkaufen. Bei diesen Ausführungen schlage ich innerlich göttliche Salti im strahlend-blauen CO2-armen Himmel. „Das ist aber kein Fasten, wenn man nicht wirklich verzichtet,“ murmelt es auf der anderen Tischseite. Plonk, Frontalzusammenprall mit einer Eiswolke, leider hat mein Mann recht.

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Umweltbundesamt: Endenergieverbrauch im privaten Sektor ohne Verkehr

Also doch verzichten. Humpelnd zieht sich die Klimagöttin zur inneren Beratung zurück. Verzichten auf… Ja auf was denn bloß? Glücklicherweise kenne ich ja die Statistiken des Umweltbundesamtes. Der statistisch gemittelte Deutsche stößt in folgenden Bereichen sehr viel CO2 aus:

 

  1. Verkehr: Wie gesagt fahre ich nicht schrecklich viel Auto. Nur bei Großeinkäufen (1-2 mal die Woche). Zum Judo und zurück, weil ich meinem 8-Jährigen nicht zumuten will, nach 2 Stunden Judo noch 20 min Rad zu fahren. Fußball meiner Tochter, ca. 7 km einfache Fahrt. Ach ja, und manchmal noch Musikschule. Hab ich da noch die abendliche Turnstunde der Jungs am Montag und meiner Tochter am Dienstag vergessen? Oha, sieht so aus, als wäre da vielleicht doch noch Einsparpotenzial.
  2. Den Verkehr missachtend wende ich mich lieber dem restlichen Endenergieverbrauch im durchschnittsdeutschen Haushalt zu: zwei Drittel davon gehen in die Raumwärme. Ein Riesenplus in meiner Energienutzung wegen oben genannter Sanierung. „Gesa, wie lange stand denn das Badezimmerfenster auf? Und die Heizung ist auch nicht abgedreht…“ – „Das waren die Kinder,“ ruf ich, und denk mir noch „vielleicht.“
  3. Nächsthöchster Verbraucher: die Warmwasserbereitung. Oder in meinem Falle, die Heißwasserbereitung, denn ich dusche am liebsten so heiß, dass ich krebsrot aus dem heißen Dampf entsteige… Na gut, die Klimagöttin muss vielleicht weniger auf theatralische Nebelschwaden als auf CO2-Einsparung achten, also werden die 15-minütigen Heißduschorgien vom Plan gestrichen und durch 5 Minuten lauwarm ersetzt. Das ist wahrlich göttlicher Verzicht, jedenfalls für mich.
  4. In der Statistik folgt Prozesswärme. Die Vorstellung lauwarm-nasser Haare vom vorherigen Punkt übersetzt das mit Föhnen. Dafür hab ich eh selten Zeit, prima, ein Götterpunkt plus. Aber was ist mit Kochen und Backen? Kochen ist meiner Meinung nach deutlich effizienter, also wird der Backofen für 40 Tage gestrichen. Wirklich schwierig wird es bei der Wäsche – schaffe ich es, trotz der unberechenbaren Witterung im März meinen Trockner weniger anzuschmeißen? „Schatz, dein Kaffee ist kalt, soll ich den in die Mikrowelle stellen?“ Aus meinen Gedankengängen gerissen füge ich die innere Notiz hinzu: Heißgetränke trinken, so lange sie noch warm sind.
  5. Und dann könnte man noch ein bisschen Strom sparen, vor allem dem Stand-by-Verbrauch unserer Geräte entgegenwirken. Klingt einfach, wird aber sicher schwerer, als es klingt…

Hehre Ziele. Und überirdischer Zweifel – vielleicht bin ich doch nur ein Klimaengel?

Teil 2: Der Klimaengel

Dienstantritt am 1.3. Und Beginn des Fastens. Wie in jedem guten Amt gibt es auch eine Pause, heute natürlich mit dem Thema Fasten-Blog. Erster Blogger Bernd berichtet von seinen guten Vorsätzen. Einiges weiß ich ja schon. Bernd, Katrin und Sabine unterhalten sich vor allem über Ernährung. Heute im Fokus: Die Erzeugnisse der Haltung domestizierter Bovinae. Milchprodukte. Dairy me! Nicht nur Butter, nein, auch Käse ist auf der Abschussliste. Meine himmlischen Flügelspitzen zittern beträchtlich und scheinen eine leicht panisch angehaucht gräuliche Färbung anzunehmen. Im guten alten Herdentrieb nehme ich mir vor, 40 Tage (fast) keinen Käse zu essen. Wie soll das nur gehen? Schließlich bin ich langjähriges Mitglied bei den anonymen Quesoholikern mit einem durchschnittlichen Tageskonsum von bestimmt 200g… Wenn man bedenkt, dass das laut Katrins Tip (siehe Tag 14) etwa 1,5kg CO2 oder 10 gefahrene Autokilometer sind (oder bei unserer windschnittigen schuhkastenförmigen Schweden-Möhre Baujahr 1997 nur 4,6 km…) Auf dem Rückweg kaufe ich noch schnell eine Hafermilch und veganen Brotaufstrich.

Am nächsten Tag will ich das noch verfeinern und verbringe meine Zeit ausgiebig im Supermarkt im Gang mit den Milchersatzprodukten. Da gibt es einige. Sojamilch, Hafermilch, Reismilch, Dinkelmilch, Mandelmilch, Buchweizenmilch,… Bei jedem Produkt will ich nun Genaueres über die Herkunft wissen, auf zum fröhlichen Recherchieren. Während ich also meine Nachforschungen anstelle, man will ja nicht Irgendwas kaufen, kriege ich so ein komisch mulmiges Gefühl, als wenn ich beobachtet würde – „Kann ich Ihnen behilflich sein? Ich meine nur, weil Sie seit mehr als einer halben Stunde hier stehen und Packungen wenden.“ Ich bedanke mich leicht geniert und entscheide mich für die Bio-Dinkel-Milch, die mit 99 Cent sehr erschwinglich ist.

Gruenkohl
Echter Oldenburger Grünkohl – mit „Pinkel“, oh je.

Zu Hause angekommen werde ich verwöhnt: Während mein Mann auf Dienstreise seinen CO2-Footprint erhöht (ich bin ja nur neidisch, und ehrlich gesagt nutzt er das Fahrrad seit Jahren so viel konsequenter als ich, dass ich gar nicht meckern darf…), ist meine Mutter aus Oldenburg zu Besuch, bespaßt die Kinder (es sind ja Ferien) und hat gekocht. Saisonales Gemüse, traditionell nach Oldenburger Art zubereitet: Grünkohl! Dazu gibt es regionale Kartoffeln. Klingt klimatisch gesehen ganz toll, nur ein kleiner Schandfleck ist dabei: zu Oldenburger Grünkohl gehört ganz eindeutig eine kulinarische Spezialität Norddeutschlands mit dem delikaten Namen ‚Pinkel’. Für alle die Franken, die noch nicht in den Genuss einer Pinkelwurst gekommen sind: Es handelt sich dabei um eine besonders fette Grützwurst mit einem fein säuerlich-geräucherten Geschmack, unnachahmlich und unverzichtbar im Grünkohl. Mein erster Fastentag und schon der erste Fettspritzer auf dem Engelsgewand, heute is nix mit fleischlos. Und der neue Film, den Oma im Gepäck hat, will natürlich auch gemeinsam gesehen sein. Zum Ausgleich stelle ich alle elektronischen Geräte nach der Nutzung komplett aus, vor allem unseren laut summenden Trafo, der die amerikanische Stereoanlage und den amerikanischen Fernseher mit 110V versorgt. Als mein Zeigefinger sich dem Power-Knopf des neuen B*** SoundTouch® 20 Series III Multiroom-Lautsprechers, der sich über Heimnetz einwählt und über Handy-App sämtliche Internet-Radios empfangen kann, nähert, weiß ich schon, dass das Ärger geben wird.

Am Wochenende kommt mein Mann von der Dienstreise wieder, mitten in der Nacht. Da hol ich ihn doch lieber mit dem Auto vom Bahnhof (eine weitere Engelsflügelfeder bekommt einen schwarzen Streifen…) und am nächsten Morgen höre ich von unten: „Was ist denn mit der Anlage los?“ Schlaftrunkene Antwort von mir: „Stecker gezogen, Stand-by verbraucht Strom.“ Und sofort die Antwort „So ein Blödsinn, das braucht jetzt ewig zum Hochladen! Der verbraucht höchstens 2 Watt. Überleg mal, wieviel Deine Kaffeemaschine verbraucht, da kannste lange Standby für anlassen!“ Das stimmt schon, aber vom Standby bekomme ich keinen Kaffee zum Kaltwerdenlassen. Über unseren Subwoofer, den die amerikanische Anlage nicht mehr automatisch finden will, ist mein Angetrauter auch wenig begeistert. Da gibt es nur eins: Wissenschaftliche Beweisaufnahme. In der folgenden Woche wird der Standby-Verbrauch gemessen: tatsächlich nur 2W beim Internet-Radio, Punkt für meinen Mann, Mist. Dafür aber 12,5W für den summenden Trafo und 7W für den Subwoofer, denen das nächtliche Musizieren jetzt verwehrt wird. Alles eine Frage der Einstellung, z.B. des Subwoofers.

Die Ferien sind mittlerweile zu Ende, ich habe viel Input über regionales und saisonales Kochen ohne Milchprodukte bekommen und der verrückte Alltag beginnt. Am Montag arbeite ich bis kurz nach vier, radle mit einem Klimaengel-unwürdigen Tempo nach Hause und verlasse kurze Zeit später mit meinen Söhnen (6 und 8 Jahre) das Haus, um zum Turnen zu radeln. Das machen sie ohne zu murren mit, Gott sei Dank. Nachdem ich sie abgesetzt habe und ein paar Minuten zugeschaut habe, will ich mich aufmachen zum Einkaufen und gerate mitten in einen Hagelschauer. Kurze Zeit später steht ein triefender, tropfender Klimaengel im Supermarkt vor der Gemüseauslage. Spanien, Spanien, Spanien, Italien, Israel, Südafrika,… Mit einem Kohlrabi und ein paar in Plastik eingeschweißten Möhren aus Deutschland mache ich mich bald wieder auf den Weg. Mittwoch ist Markt, dann wird alles gut. Kurz zu Hause vorbei, noch schnell ein Brot reinschlingen und den Söhnen etwas zu essen machen, und ab geht’s zum Abholen. Immernoch nass, aber mit angelischem Klimarettungswillen. Dann aber die Ernüchterung: Nach Radeln, 1,5h Sport und noch mehr Radeln ist mein Jüngster richtig mies drauf. „ICH WILL NICHT AUF DEM BÜRGERSTEIG FAHREN! ICH BIN NICHT KLEIN! IHR GLAUBT WOHL, ICH WÄRE NE AMEISE (toller Konjunktiv, kleine Ameise…)! ICH HABE GAR KEINE LUST MEHR AUF EUCH…“ Ich habe gar nicht gewusst, wie lang eine 1km Fahrradfahrt sein kann. Oder dass das Ganze am Dienstag in ähnlicher Form von meiner 10-Jährigen wiederholt werden könnte. Auch Klimaengel empfinden manchmal Zweifel.

Großtransport
Ökomobil: Bollerwagentransport zur Gewächshausführung

Bevor ich am Mittwoch zum Markt loskomme, werde ich aufgehalten. Es steht ein Mann mit einer Schürze mitten in meinem Garten und will mir Äpfel verkaufen. Lokale Äpfel, alte Sorten. Aus seinen Taschen zaubert er die verschiedensten Äpfel und will mich gleich mal probieren lassen. Von der einen Sorte habe ich noch nie gehört: Breebann. Säuerlich frisch. Das klingt gut. Ich lasse mich zum Kauf einer Kiste (20kg) der lokalen alten Apfelsorte und zwei Säcken Bauernkartoffeln hinreißen. Als ich mit EC-Karte (!) bezahle, zeigt sich eine Nürnberger Adresse. Naja, lokal ist wohl relativ. Und alte Sorte auch, denn während ich dem Fahrer des kleinen Lieferwagens nachwinke beiße ich in den Breebann rein. Jetzt weiß ich auch, wie man Braeburn auf Fränkisch ausspricht. Und ob der knackige Apfel Lagerware aus Franken oder Frischware aus Neuseeland ist, kann ich nachträglich schwer überprüfen… Nach diesem grandiosen Kauf geht es dann doch noch zum Markt und nachweislich lokales saisonales Gemüse kommt in die Tasche: Spinat, Kürbis, Lauch, Karotten, Feldsalat. Da ich aber am Nachmittag eine Kinderführung im Botanischen Garten zum Thema tropische Nutzpflanzen halte, kommen auch noch ganz fränkische Bananen, Ananas, Grapefruit und Papaya dazu, ebenso wie Fair Trade Schokolade und Macadamianüsse. Wieviele Federn der Klimaengel noch über hat, weiß ich nicht sicher. Dafür sammle ich ein paar Pluspunkte im Transport:  Ich fahre einen Kasten Bier und einen Kasten Saft im Hänger spazieren, und später finden der benötigte Bollerwagen und sämtliche benötigte Gegenstände für die Führung mit etwas Geruckel Platz im Fahrradanhänger und ab geht es zum Botanischen Garten. Am Abend will ich dann noch meine lokal-saisonale Kürbis-Kartoffel-Apfel-Suppe kochen und werde gleich vom Filius begrüßt: „Guck mal Mama, ich wollte Dir was Gutes tun und habe Obstsalat gemacht!“ Als Nachtisch also nicht ganz so saisonale Tropenfruchtmischung mit Kokosraspel – superlecker, kleiner Koch. Der Klimaengel wird dabei leider endgültig zur Klimafee reduziert.

 

Teil 3: Die Klimafee

Donnerstag ist Musikschultag. Erst kommt die Große dran mit ihrer Oboe, dann der Mittlere mit dem Horn. Ich arbeite bis 14 Uhr, radle nach Hause, schnapp‘ mir das Horn, die Noten und Essen und Trinken für die Kids, schmeiß‘ mich in unser 20 Jahre altes grünes Ökomobil, das im Stadtverkehr nur läppische 12L pro 100 km verbraucht und auch nicht E10-tauglich ist, und zisch‘ zum Hort und KiGa (wobei ich sämtliche Tipps und Tricks zum klimafreundlichen Fahrstil, die ich gerade erst auf www.co2online.de/klima-schuetzen/mobilitaet studiert habe, in den abgasgeschwängerten Wind schlage), versuche, möglichst schnell die Jungs da rauszubugsieren, rase zur Musikschule, finde wie immer keinen Parkplatz und renne schließlich in gestrecktem Laufschritt mit dem jungen Hornisten in den zweiten Stock. Auf dem Weg fühle ich, wie mein Feenfüßlein sich langsam zum schweren Klumpfuß umformt. Das Ganze wäre eigentlich gar kein Problem mit dem Fahrrad, denk ich mir, wenn man ein wenig plante. 20 min Fahrradfahrt mit den Jungs. Allerdings müsste ich den Hänger für das Horn und das Horn zur Arbeit mitnehmen, ebenso wie die gesunden Snacks (oh,oh, das hieße früher aufstehen, was wiederum bedeutet, dass der Kaffee mehr Zeit zum Abkühlen hätte – böse Falle). Und meine 10-jährige Tochter im Hänger wieder nach Hause bringen, weil sie kein Fahrrad an der Musikschule hat. Schrumpfen, Tochter, aber plötzlich! Wenn man sich die Zeit nähme, ginge das. Blöder Konjunktiv. Wenn ich morgens mehr Zeit gehabt hätte, hätte mein sorgender Ehegatte sich vielleicht nicht genötigt gesehen, mir ein Brot zu schmieren zum Mitnehmen, damit ich nicht vom Fleisch falle. Mit Butter und Schinken. Wirklich total lieb. Seufz. Wenn ich meine Klimafastenvorsätze nicht nur meinen Kollegen, sondern auch meiner Familie genauer dargelegt hätte, wäre vielleicht ein anderer Belag drauf gewesen. Kommunikation. Inzwischen ist meine Tochter schon wieder fertig mit ihrem Unterricht und genießt ihren Nachmittagssnack (ein Brot mit Butter und Schinken, das ich zufällig im Rucksack habe). Alles mal etwas langsamer angehen. Vielleicht sollte es doch CO2-Slowen und nicht CO2-Fasten heißen? Vielleicht nächste Woche. Wo war nochmal dieser Klima-Feenstaub zum Fliegen (und ist der CO2-neutral)?

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Familienmobilität vor ein paar Jahren

Unter das leidige Thema Organisation fallen auch noch viele weitere Dinge: Da wäre die Wäsche, die ich morgens gewaschen habe, damit ich sie in der Mittagssonne an der Leine trocknen kann, wie mir spätnachmittags vor einer Tasse kaltem Kaffee einfällt. Die Mitfahrgelegenheit zum Fußball, die man rechtzeitig hätte anrufen können. Oder das rechtzeitige Einkleiden für die Kirche, dass man zeitig genug mit dem Rad loskommt. Dran denken, wann Markt ist. Aus Frust esse ich ein kleines Scheibchen Käse. Oops. Gegen meinen inzwischen zum Ziegenhuf ausgeformten Bleifuß kommt der beste Feenstaub jetzt jedenfalls auch nicht mehr an.

Kleine Anmerkung zum Thema Kinder: Ich habe festgestellt, dass eine Vielzahl von Kindern in noch nicht eltern-unabhängigem Alter sich sehr positiv auf meine persönliche CO2-Bilanz auswirken. Zum Beispiel ist unser Strom- und Wärmeenergieverbrauch bezogen auf einen fünfköpfigen Haushalt sehr gering. Die gleiche Menge für zwei Leute würde deutlich weniger günstig bewertet. Noch netter wird es beim Autofahren. Dreckschleuder hin oder her, bei meiner detaillierten Mobilitäts-CO2-Ausstoß-Berechnung kann ich viermal so viel zum Einkaufen fahren wie alle Normalmenschen (bzw. nach Einrechnung unseres Verbrauchs noch doppelt so viel), denn ich sitze ja immer mit vier Personen im Auto. Netterweise fragt der UBA-CO2-Rechner nämlich nicht, wie viele Passagiere erstens kein Interesse daran haben, das Ziel zu erreichen, und zweitens freiwillig im Auto sitzen. Gemogelt? Ja, aber hallo!

Wochenende. Ich sitze am Nachmittag mit einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee mit Buchweizenmilch zu Hause und überlege, was man so alles in einem CO2-Fasten-Blog schreiben kann. Von all meinen grandiosen Erfolgen im Klimaschutz. Hmmpf. Da gibt es so ein leidiges Thema, wie ich zum einen bei der Erstellung meiner CO2-Bilanz und beim Lesen des Blogs feststellen musste: Konsum. Aber ich bin doch sparsam. Kaufe langlebige, ökologische Produkte. Ich kann eine ganze Stunde damit verbringen, den Katalog vom Öko-Versand durchzublättern, und finde immer wieder etwas, von dem ich noch gar nicht wusste, dass ich mit dem Kauf davon der Umwelt helfen kann (oder dass ich es unbedingt brauche, immer wieder überraschend). Meine Lektüre des Blogs bringt mir neue Ideen zum Konsumverhalten, zum Beispiel der Tipp mit der Haarseife statt Shampoo (Tag 17). Ärgerlicherweise habe ich gerade erst drei Shampoos und ein Duschgel gekauft. Das macht mich stutzig. Meine drei Rabauken haben vor einer halben Stunde gefragt, ob sie zu dritt baden dürfen. Zwar braucht man mehr heißes Wasser zum Baden als zum Duschen, aber wenn drei Kinder gemeinsam baden, relativiert sich das. Sparsam. Ich bin richtig stolz auf den Nachwuchs. Was mich stutzig macht ist das Plätschern – man kann doch nicht eine halbe Stunde lang Wasser einlaufen lassen? Also, hoch zum Bad, Lagecheck. Als ich die Tür öffne bietet sich mir folgendes Bild: Der Blick auf die noch nicht eingeputzten dreifach-verglasten Fenster, das Spiegelschränkchen, das mal wieder geputzt werden könnte, die Heizung mit einem Berg Kinderklamotten darüber und drei strahlende, lachende Kindergesichter, die aus weißem Schaum mir entgegenblicken. Dazu das Gefühl nasser Socken – Ja, wenn die Hälfte des Wassers auf den Boden verteilt wird, muss man natürlich auch immer Wasser nachlaufen lassen, also alles normal. Bis mir  ein zum Badespielzeug degradiertes Tuppergefäß mit einer undefinierbaren, schleimigen Substanz ins Auge sticht. Sherlock Gesa erkennt es sofort: ‚Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit wie unwahrscheinlich sie auch ist.‘ Arthur Conan Doyle. Es kann sich unmöglich um Marsschleim handeln, also – „Wir wollten ein Farb-Experiment machen, Mama, und da haben wir dieses orange-farbene und das blaue mit dem grünen da drüben…“ – „Ihr habt ALLE Duschgels und Shampoos ZUSAMMENGEMISCHT, auch die neuen???“ entfährt es mir. Wo Angela Ziegler 17 Tage für ein Drittel Gelben Sack benötigt, brauchen meine Kinder einen Nachmittag. Weil ich das Zeug hier hingestellt habe, klar, aber kann ich die Schuld nicht doch auf die Gören schieben??? Während der nachfolgenden, zugegebenermaßen nicht nachahmungswürdigen Schimpftirade zum Thema unnötige Verschwendung und Plastikkonsum, formt sich insgeheim der Gedanke, ob das Experiment nicht wahrlich gelungen sei, da die entstandene unappetitlich mint-grüne apricot-schimmernde viskose Masse eine Farbe angenommen hat, die im bisherigen Farbspektrum des Universums sicherlich nicht vorhanden war, ganz zu schweigen vom Duft. Gleichzeitig schwöre ich mir selber, die Tipps der anderen Klimamanager ernst zu nehmen und nur noch ein (farbloses) Duschgel oder eine Seife pro Bad zu beherbergen.

Teil 4: Oha!

Wutschnaubend gehe ich zurück in die Küche und nehme einen Schluck lauwarmen Kaffee mit ausgeflockter Buchweizenmilch. Nee, also echt, meinen Kaffee mag ich doch lieber mit ECHTER Milch, oder zur Not schwarz, auch wenn ich die Getreidemilch im Müsli und einfach so zwischendurch wirklich lecker finde. Wenn ich Getreidekaffee will, kann ich das tropische Gesöff auch gleich vollkommen ersetzen. Das ist doch mal eine Idee, den Instant-Getreidekaffee kann ich auch gleich mit kaltem Wasser machen. Oder Früchtetee. Ist eh kalt viel leckerer. Meine Tochter hat auch schon den passenden gefunden:Heidelbeertee

Aah! Dieser Druck unter der Kopfhaut, ein Rascheln hinter mir, wenn ich mich bewege, als wenn etwas hinter mir auf dem Boden langschleift – ein Blick in den Spiegel bewahrheitet meine Befürchtungen: Ein rot-schwarzer Klima-Teufel mit Hörnern, Schwanz und Ziegenhuf lacht mir schallend mit einem großen Block Käse unterm Arm aus einem alten grünen Auto mit daran-gebundenen gut gefüllten gelben Säcken und einer Apfelkiste mit einem großen Aufdruck „New Zealand Agriculture“ auf dem Dachgepäckträger entgegen. Lacht laut und dämonisch, lässt den Motor an, und geht in einer riesigen pilzförmigen (Pilze aus konventionellem Anbau) CO2-emittierenden Feuerwolke auf. Von der Klimagöttin ist ein Häuflein Asche geblieben.Klimateufel

Teil 5: Meine Bilanz: Konsequent inkonsequent, aber routiniert

Nichts habe ich konsequent durchgezogen, von allem ein bisschen, aber nichts ganzes. Ich habe nicht alles mit dem Fahrrad geschafft. Der Trockner ist seltener gelaufen, aber er ist gelaufen. Die Dusche war ein bisschen wärmer als lauwarm, wenn auch nicht heiß. Der Ofen hat uns einmal Pizza und einmal Muffins gebacken. Ich habe zweimal Oldenburger Pinkelwurst gegessen und trotz der irren Vielfalt vegetarischer Brotaufstriche hier und da Käse genascht. Und ich gebe es zu, ich habe gestern meinen kalten Kaffee mit echter Kuhmilch in der Mikrowelle aufgewärmt. Ich bin weit, weit entfernt von der klimafreundlichen Tonne CO2. Frau Thomas, sechs, setzen.

Was also tun? Den Kopf in den Sand stecken? Lamentieren? Mein schlechtes Gewissen und meine Verzweiflung konstatieren und anderen erzählen, dass auch beim besten Willen kein klimafreundliches Leben möglich ist? Warten, bis das Polareis endlich geschmolzen ist und mich in einer Flutwelle meiner Verdammnis entgegenspült?

Nö.

Das hilft nämlich nicht – schlechtes Gewissen hat meiner Information nach noch keinen einzigen Krümel CO2 vermieden. Also erst einmal rechnen. Die längliche Rechnung steht hier, aber die will ich dem Leser an dieser Stelle ersparen. Alles in allem habe ich ca. 100kg CO2 eingespart, die Hälfte davon im Bereich Ernährung. Wenn meine Stromeinsparungen nicht auf Ökostrombasis berechnet würden, sondern auf Basis des deutschen Strommixes, käme da nochmal einiges dazu. Aber worum es wirklich geht: Ich habe mich daran gewöhnt. Daran gewöhnt, Hafermilch und Brotaufstriche im Kühlschrank zu haben und saisonale Suppen zu kochen. An Alternativen zum Käsenaschen. An Fahrradfahren mit meiner Ameise. Sogar an kürzere Duschzeiten (wenn die Wassertemperatur gesenkt wird, ergibt sich das ganz von selbst…) Das sind alles Dinge, die ich ohne größere Selbstkasteiung durchhalte. Innere Transformation. Wenn ich mich jetzt noch an die vielen Ideen der anderen gewöhne, kann’s richtig losgehen…

Aus dem Aschehaufen schaut ein Schnabel hervor. Die Asche rieselt seitlich herunter, und plötzlich erhebt sich aus dem Grau ein leuchtend roter Vogel mit ausgebreiteten Schwingen, ein Phoenix zum neuen Höhenflug. Am seinem Schnabel sieht man noch ein paar Käsekrümel, in den Krallen hält er einen Staffelstab – für Tina Paulus!

Phoenix copy

Hier noch ein paar nette Links:

Thema Kaffee

Thema Fahrstil

Thema Stromsparen

Soja-Recherchen (Danke, Katrin!)

Thema Duschen

Fotos und Grafiken: Gesa Thomas, Umweltbundesamt (http://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/energieverbrauch-privater-haushalte, Quelle Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen)

21 Kommentare zu „Tag 31: Die Götterdämmerung und der Aufstieg des Phoenix

  1. Liebe Gesa,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner kurzweiligen Erzählung über Deine Erfahrungen beim Klimaschützen! Auf alle Fälle hast Du mir damit schon einen super Start in den Büromorgen beschert, den Schwung werde ich gleich in die Arbeitsroutine mitnehmen – das hilft sicher schon mal CO2-Sparen!
    Toll auch noch, dass Du Dich an Tag 1 Deiner Tätigkeit im Landratsamt Bayreuth bereits mit 100% auf unser Experiment eingelassen hast – welcome in the club!

    Auch bei Dir sieht man wieder, Vorsätze sind das eine, die Umsetzung das andere – es sind eben noch keine Engel vom Himmel gefallen, wir sind alle nur Menschen! 🙂
    Und man sieht auch, trotz großer zusätzlicher Bemühungen lässt sich Deine bereits gute CO2-Bilanz nur um 100 kg verbessern. Greift da dann nicht die Erkenntnis, die uns Karin Diedrich an Tag 21 verriet, deren Fachbegriff mir momentan entfallen ist: P…. – auf alle Fälle bedeutet sie sinngemäß, dass nach Erreichen von 80% des gewünschten Erfolges die restlichen 20 % nur noch mit enormem zusätzlichem Aufwand zu erzielen sind … Hier müssen wir vielleicht auch an die menschliche Energie denken, die wir darauf verwenden, „Klimaengel“ zu sein – wer weiß, vielleicht steigt sogar der Energieumsatz des Stoffwechsels und erhöht damit die CO2-Bilanz, wenn wir zuviel „HIrnschmalz“ auf vorbildliches Verhalten verwenden?

    Insgesamt, fände ich es total spannend und hochinteressant die Klimabilanzen der verschiedenen Optionen im Detail zu errechnen und gegenüberzustellen, um zu sehen, was wirklich am besten abschneidet und mit welchem Aufwand das zu erreichen ist. Rechnet man z.B. die Glasverpackung der vegetarischen/veganen Brotaufstriche in die Bilanz ein und vergleicht das mit dem verpackungsfrei lagerbaren Schnittkäse aus der Region, der beim Kauf nur mit Wachspapier eingeschlagen wird – was schneidet besser ab? Will damit nur sagen, was zunächst als die besser Alternative erscheint, muss dies bis zum Ende gedacht nicht wirklich sein.

    Danke nochmals für den göttlichen Lesegenuss, den Du uns beschert hast, da lohnt sich das CO2-Fasten doch gleich doppelt!
    Sonnige Grüße! 🙂

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    1. Freut mich, dass Du Spaß beim Lesen hattest! Die Frage, was alles im ökologischen Rucksack des Produktes, das man kauft, berücksichtigt wurde, also nur Produktion des Produktes, oder Produktion des Produktes und der Verpackung oder Produktion plus Transport und Transportstrecke, macht den Vergleich der besten Wahl tatsächlich schwierig. Ich hatte im Studium das Glück, Umweltökonomie bei dem damaligen Leiter des UBA, Prof. Troge, belegen zu können. Damals war gerade der Vergleich der Getränkeverpackungen großes Thema im UBA, also Pfandflasche vs. Einweg, Glas, Plastik, Dose, Tetrapack im Vergleich… Dabei wurde jeder Schritt genau unter die Lupe genommen, vom Bauxit-Abbau für die Getränkedose über den Transport der verschieden schweren Behältnisse zum Laden und leer zurück bis zur Energie zum Waschen von Mehrwegflaschen und der statistischen Häufigkeit der Wiedernutzbarkeit. Dabei kam raus, dass Mehrweg-Glasflaschen durch den Transport des schweren Gewichts mehr CO2-Ausstoß verursachen als andere Mehrwegoptionen wie PET-Flaschen, also komplett anders als intuitiv erwartet. Seitdem bin ich vorsichtig, was Pauschalaussagen über Öko-Freundlichkeit angeht, aber ganz nach Bauchgefühl kaufe ich immer noch Glasflaschen 🙂
      Liebe Grüße!

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      1. Ja, und seither mache ich mir keine Gewissensbisse, wenn ich die Milch – die es selbst in Ökoläden meist nur im Tetrapack gibt – nicht in der Flasche kaufe. Wenn ich aber mal zur Milch aus dem Kühlregal im Supermarkt gegenüber greife, entscheide ich mich oft für die Domspatz-Frischmilch in der Flasche, die in der Molkerei in Regensburg abgefüllt und deshalb nur wenige Kilometer Anfahrtsweg bis zu meinem Wohnort hat. 🙂
        Die BIlanzierung für die „Produktproduktion“ bei Lebensmittel finde ich aber noch schwieriger, da spielen so viele Faktoren hinein, so beispielsweise – um wiederum bei Käse vs. veg. Brotaufstrich zu bleiben – der Kaloriengehalt, der dazu führt, dass ich sicher weniger vom geschmacksintensiven, gereiften Käse als vom Brotaufstrich mit hohem Wassergehalt und geringerem Nährwert esse, weil erstes einfach sättigender ist. Wenn dann noch das Zubereiten von Gerichten mit in die BIlanz hinein spielt, wird es noch komplizierter – schonende Garung von Gemüse im Rohr vs. schnelle Zubereitung mit Öl in der Pfanne?
        Uff, echt kompliziert, aber total spannend, weil man – wie Du oben schreibst – gefühlsmäßig oft daneben liegt!

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      2. Zur Ehrenrettung der Glasflasche möchte ich Folgendes anmerken: Es kommt auf die Transportentfernung an. Wer regionales Mineralwasser kauft, kann mit gutem Ökogewissen zur Glasflasche greifen. Noch besser wäre natürlich Leitungswasser…
        Man müsste eben immer die Randbedingungen der Bilanzen und die Gewichtungsfaktoren kennen, aber wer kann und will sich damit an der Supermarktkasse auseinandersetzen?

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    2. Oh, und noch eine Sache: Bei den 100kg muss man bedenken, dass all meine Stromsparambitionen nicht darin widergespiegelt werden, da ich Ökostrom beziehe, also mein Strom als klimaneutral gilt. Das ist natürlich eigentlich Augenwischerei, denn der Strom, den ich mehr verbrauche, wird ja dem deutschen Strommix entzogen, also kriegt jemand anders mehr fossilen dazu. Eigentlich müsste man also, solange noch kein Überangebot an erneuerbaren Energien da ist, korrekterweise die CO2-Einsparung über Strommix-Emissionen berechnen. Und natürlich sind die 100kg nur für die Fastenzeit berechnet, also übers Jahr gesehen, wenn ich einiges davon beibehalte, schon eine Dreiviertel-Tonne. Aber ja, der klimaverträglichen einen Tonne CO2 bringt mich das nur sehr geringfügig näher.

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  2. Liebe Gesa, da legst du dich mit der Familienbande ja mächtig ins Zeug! Ganz ehrlich, vielleicht ist es gut, dass du bzw. dass wir keine Klimagöttinnen und Klimagötter sind. Im Olymp gab es schließlich ständig Ärger, Streit und Eifersucht. Dagegen bin ich fest davon überzeugt, dass Phönixe in natürlicher Umgebung in Schwärmen leben. Da ist dann Platz für alle 😉

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  3. Ein ganz, ganz netter Beitrag Gesa! Ich habe mich in sehr vielen Situationen, die du so humorvoll geschildert hast, wiedergefunden. Ich gebe dir auch 100% Recht: Die Organisation ist der Knackpunkt. Oft geht mehr, als man denkt. Doch leider fehlt halt manchmal schlicht die Zeit zum Denken ….Dann greift man zu gewohnten Produkten, nimmt das Auto und spult die abgespeicherte Routine runter. Deshalb finde ich diesen Fastenblog auch so Klasse: Innehalten und reflektieren!

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  4. Liebe Gesa, deinen Beitrag habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Für die mitgebrachte „Pinkel“Wurst habe ich keine Reue entwickelt ( oder doch ein bisschen, vielleicht lieber nur eine ganz kleine halbe …?) Auf jeden Fall war dein Enthusiasmus animierend, und z.B. Einkaufstouren mit dem Fahrrad, auch wenn es aus strahlend grauem Himmel regnet, werden nicht in Frage gestellt.. . Aber welch große Rolle die Ernährung spielt, habe ich eigentlich erst jetzt durch euren Blog erfahren. Neue Baustelle, nicht schön. Zum Phönix zu mutieren ist gar nicht so einfach. Gehen wir’s an!

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    1. Manche Sünden wie Pinkel sind für Oldenburger einfach unvermeidbar 😉 aber dafür sind wir doch an die sanften Grautöne, die über uns herniedergehen gewöhnt, perfekte Abhärtung fürs Fahrradfahren. Und nicht die Phönixfedern hängen lassen, Ihr esst doch schon relativ fleischarm, da ist der Weg nicht mehr so weit!

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      1. Eigentlich müsste man mit dem Projekt doch vor allem die aus dem Arbeitsprozess ausgestiegenen Rentner / Pensionäre ansprechen:
        1. Wir haben alle Zeit der Welt, um – wenn’s sein muss auch mehrtourig – unsere Sachen per Rad oder zu Fuß zu besorgen.
        2. Das hält uns zudem fit.
        3. Fleisch, Butter, Pommes etc. sind für unsere alten Gefäße sowieso nicht so zuträglich.
        Bloß: Ohne Milch, Quark und CO geht gar nicht : Kalzium, Osteoporose, Knochenbrüche …. oder?

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      2. Wir können uns ja ein senior special überlegen… Ja, über das Calcium-Problem ist schon der eine oder andere gestolpert. Aber die Frage, wieviel davon man braucht, um sich gesund und wohl zu fühlen, kann ja jeder für sich erörtern 😉

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  5. Liebe Gesa, danke für deine witzige und selbstironische Schilderung deines täglichen Kampfes gegen den Wahnsinn des ganz normalen Lebens.

    Weißt du, wie ich gestern meine selbst gesteckten Klimaziele torpediert habe? Nachdem ich 50 km mit dem Dienst-Fahrrad des Landratsamtes unterwegs war und abends recht geschafft, aber mich klimagottmäßig fühlend nach Hause kam, knurrte mein Magen. Die Faulheit obsiegte über den edlen Vorsatz, frisch zu kochen. Am Ende kamen Backofen-Pommes und Tiefkühlerbsen sowie ein Spiegelei auf den Tisch, auf dem dummerweise eine Tabelle mit den Treibhausgasemissionen ausgewählter Lebensmittel herumlag. In der Klimasünder-Spitzengruppe: Tiefkühl-Pommes. Das hatte ich beim Kauf geschickt verdrängt. Gegen TK-Pommes ist Milch (auf die ich in der Fastenzeit verzichte) mindestens eine Klimafee. So ist es mir gelungen, mit einem einzigen Abendessen, die Menge an CO2-Emissionen zu verursachen, die ich vier Wochen lang durch Milchverzicht eingespart habe.

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    1. Och, wenn Du einen Wagen wie unseren als Vergleichsbasis zu Deiner Fahrradfahrt nimmst, dann hast Du Dein Abendessen bestimmt schon lange wieder raus 😉
      Ich habe übrigens neulich als meine Tochter ein ähnliches Menu getoppt durch Bratwürste im Familienrat durchgesetzt hat, ganz göttlich verzichtet und demonstrativ einen Krautsalat aus fränkischem Weißkohl (und griechischem Olivenöl…) gegessen. Fiel mir aber nicht so schwer, da ich Pommes nicht sehr gerne mag.

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  6. Hallo Gesa,
    mir hat dein Beitrag auch richtig gut gefallen und mir so manches Mal ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert. Aber ich finde es auch nicht so schlimm, wenn man sich mal was gönnt. Und Umweltbilanzen sind immer schwierig. Mir geht es zum Beispiel so bei Äpfeln. Die Frage, wann Importäpfel besser abschneiden als Lageräpfel kann man ja nich so einfach beantworten. Ich habe übrigens auch Umweltökonomie bei Prof. Troge gehört. An der TUB im FB 21. Warst du da auch?
    LG

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    1. Nein, ich war an der Uni Bayreuth, keine Ahnung, was Herrn Troge nach Bayreuth gebracht hat. Ich frage mich, wie der das so mit dem Pendeln geschafft hat…

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