Veröffentlicht in Energiesparen und Wohnen

Tag 37: Natürliche Kühlung im Winter;-)

Nun sind es nur noch wenige Tage bis Ostern und damit bis zum Ende der Fastenzeit. Aber was wird nach der Fastenzeit sein? Dürfen wir dann wieder in die „Vollen“ gehen? Nein das kann es nicht sein. Ziel muss sein, dass wir die Tipps der Kolleginnen und Kollegen auch nach der Fastenzeit weiter anwenden. Ich zumindest habe bei der tollen CO2-Fasten-Staffel viel gelernt und ich bin mir sicher, dass ich mein Verhalten an der einen oder anderen Stelle weiter verbessern kann.

Aber jetzt zu mir:
Ich bin Klimaschutzbeauftragter der Stadt Nürnberg und sitze hier und überlege, was ich jetzt zu dieser Staffel noch beitragen kann, weil in den letzten 35 Tagen schon so viele Themen behandelt und so viele Tipps beschrieben wurden.
Nun ja, dann werde ich einfach meiner Kernkompetenz nachgehen und nachdem ich ja beruflich aus dem Bereich Energiemanagement komme, hab ich beschlossen nochmal meinen Stromverbrauch in der Wohnung genauer unter die Lupe zu nehmen. Da ist schon viel geschehen in den letzten Jahren und ich fürchte dass mein Potential gar nicht so groß sein wird. Aber es lohnt sich sicherlich trotzdem nochmal alles durchzumessen. Ein Verbrauchsmessgerät habe ich eh Zuhause und los geht es. Vorher versuche ich aber nochmal zu beschreiben, was ich bisher schon gemacht habe:

1; Kühlschrank:
Den Hasen, den Ihr auf meinem Titelbild seht, ist der Wächter über meinen Winterkühlschrank;-) Seit Jahren hab ich mir angewöhnt im Winter meinen Kühlschrank abzuschalten und auf natürliche Kühlung zu setzen! Das spart massig Strom. Je nach Witterung kommt ab ca. Oktober bis März die Kiste auf den Balkon und die Lebensmittel wandern nach draußen. Meine Erfahrungen sind mehr als positiv! Der Hase verscheucht alle bösen Tiere, die sich vielleicht für den Inhalt der Kiste interessieren könnten. Aber bisher gab es aber noch keine Tier- bzw. Insekten-Attacken;-)
IMG_8055Das einzige worauf man achten muss ist der Frost. Bis ca. – 5°C halten es die Lebensmittel gut draußen aus. Wird es kälter, müssen die Sachen wieder in den normalen Kühlschrank, damit sie nicht einfrieren. Aber weil es dann ja so kalt ist, stelle ich immer Schüsseln mit Wasser raus und produziere Eis. Dieses Eis dann in den normalen Kühlschrank und hier wird durch das Eis alles gut gekühlt und das Gerät kann ausgeschaltet bleiben. Habe mehrere Schüsseln, die abwechselnd im Einsatz sind. Es macht richtig Spaß….

Aber gut, ich will natürlich nicht dogmatisch sein und kann auch verstehen, wenn es viele Leute nicht machen wollen und können. Bei mir geht es halt gut, da ich einen Single-Haushalt habe. Großfamilien haben im Kühlschrank deutlich mehr „Betrieb“ und da ist die natürliche Kühlung wahrscheinlich nicht wirklich durchsetzbar;-)

Übrigens ist auch meine Küche nie beheizt, wodurch es durch das Öffnen der Balkontür zu keine nennenswerten Wärmeverluste durch den Außenkühlschrank kommt.IMG_8059

2; Heizungspumpe:
Ich wohne zur Miete und kann bei meiner Heizung leider nichts umbauen. Mein Heizkessel im Keller ist völlig überdimensioniert und ich könnte damit wahrscheinlich das ganze Stadtviertel beheizen. Zusätzlich hat er eine ungeregelte Umwälzpumpe, die hohe Stromkosten verursacht. Die Heizungsregelung ist alt und schaltet die Pumpe auch während der Nachtabsenkung nicht ab. Sprich die lief rund um die Uhr. Also hab ich mich ans Basteln gemacht und die Stromzufuhr für meinen Heizkessel unterbrochen und in die Wohnung hochgezogen. Dort habe ich eine private Zeitschaltuhr montiert, die jetzt meinen Kessel nur noch bei Bedarf zuschaltet. Die übliche Wintereinstellung ist jetzt, dass die Heizung morgens ne Stunde zum Aufstehen läuft und dann wieder am Nachmittag ab ca. 17 Uhr, wenn ich dann nach Hause komme. Nachts ist sie komplett aus. Hierdurch konnte ich meine Strom- und Heizungsverbräuche und Kosten erheblich reduzieren. Übrigens war neulich der Kundendienst meines Heizkessels zur Wartung da und er hat mir empfohlen, das patentieren zu lassen;-)) Aber Spaß beiseite. Ich hatte ihn gefragt, ob es dem Kessel schadet, wenn er immer komplett ausgeschaltet wird und er hat gesagt, dass es für den Kessel kein Problem sei.

3; Weitere bisherige Maßnahmen
– Nachdem ich keinen Wäschetrockner habe, bleibt nur die natürliche Trocknung.
– Spül- und Waschmaschine erst laufen lassen, wenn sie voll ist.
– Beim W-LAN hab ich schon ewig ne Steckerleiste und mache das W-LAN nur an, wenn ich auch ins Internet muss. Das spart vor allem auch Strahlung, besonders in der Nacht.
– Mein schnurloses Telefon hab ich auch vor mehreren Jahren nach einem Defekt abgeschafft. Nun hängt es wieder am Kabel und verbraucht hierfür keinen Strom.
– Die meisten Lampen sind schon im Energiesparlampen- und LED-Modus.
– Nachdem ich keinen Fernseher habe, verbraucht hier auch nix Strom;-). Aber unter uns: Ich gucke trotzdem öfters mal Nachrichten und sonntags manchmal den Tatort und ab und an mal Fußball. Dies jedoch dann mit dem Laptop;-).

4; Ergebnisse:
Mein Stromverbrauch lag bei der letzten Abrechnung bei 587 kWh. Ich denke ein passabler Wert, wenn man bedenkt, dass der Durchschnitt bei ca. 1.500 kWh liegt.

5; Meine Strom selber produzieren
Indirekt mache ich das ja schon, weil ich bei zwei Bürger-Solaranlagen beteiligt bin und stolzer Besitzer von ca. 23 kWp bin.
Zusätzlich denke ich schon länger darüber nach ein sogenanntes Solar-Rebell- PV-Modul zu erwerben um meinen Stromverbrauch zuhause weiter zu reduzieren. https://www.dgs.de/service/solarrebell/solarrebell-org/
Aber wie Stefan Lindner am Tag 29 schon geschrieben hat, ist das halt noch in einem gesetzlichen Grenzbereich. Aber es scheinen sich hier ja Lösungen abzuzeichnen, dass sich hier was tut.PV Betzenstein

6; So und jetzt habe ich nochmal meine ganze Wohnung durchkämmt und hab nach weiteren Stromsparpotentialen geguckt. Das ist hierbei herausgekommen:
– In der Badezimmerleuchte habe ich tatsächlich noch ne normale Glühbirne entdeckt und sofort in ne LED umgetauscht.
– Meine Bettlampe und die Musikanlage haben beide Standby-Verluste. Hier gibt es seit März jetzt auch Steckerleisten.
– Mein Anrufbeantworter und mein Radiowecker sind auch Dauerverbraucher, die relativ viel Strom verbrauchen. Leider ist es so, dass man alles neu einstellen und neu besprechen muss, wenn man diese mal vom Netz genommen hat. Hier muss ich mal ne Lösung suchen;-)

7; E-Mobilität
Meinen uralten Benzin-Rasenmäher habe ich nun im Zuge der Fasten-Staffel auf E-Mobilität umgestellt und einen gebrauchten Elektrorasenmäher angeschafft. Der verbraucht deutlich weniger Energie und schont meine Ohren und die der Nachbarn;-)

8; Sonstige Mobilität
Beim Thema meiner persönlichen Mobilität habe ich definitiv meine Schwachstelle. In die Arbeit fahre ich immer mit dem Rad und als Besitzer einer Bahncard mache ich alle Reisen innerhalb Deutschlands und im näheren Ausland stets mit dem Zug.
Auto fahre ich nur sehr wenig. Letztes Jahr kam ich auf nur ca. 2000 km.
Aber mein Schwachpunkt ist definitiv das Fliegen Ich liebe es die Welt zu erkunden und bin immer mal wieder mit dem Flieger unterwegs. Nicht extrem oft, aber halt immer wieder mal. Das ist mein CO2-Schwachpunkt auf den ich nicht stolz sein kann. Aber ich bemühe mich;-))

Hier noch ein spannender Link zum weltweiten CO2-Ausstoß: https://www.youtube.com/watch?v=jjO5_Dg-2Io

Soweit mein Bericht aus Nürnberg und ich gebe den Stab weiter an Karin Diedrich aus unserer Nachbarstadt Fürth.

Bildquellen: Alle Bilder sind privat erstellt von Wolfgang Müller

 

2 Kommentare zu „Tag 37: Natürliche Kühlung im Winter;-)

  1. Dass dieser Hase auf deiner Kühlbox alle anderen Viecher verscheucht, glaube ich dir sofort Wolfgang! Der schreckt vermutlich auch mögliche Einbrecher 🙂
    Du bist recht kreativ, was deine Energie-Einsparversuche angeht. Den Tipp mit dem Kühlschrank finde ich echt sinnig. Leider fehlt mir der Balkon, aber ich bin schon am überlegen, ob ich nicht eine Kiste an meine Fensterbrüstung basteln könnte: Im Sommer Blumenkästen, im Winter Kühlboxen. Wie das dann im praktischen Alltag mit den Kindern funktioniert, muss sich zeigen. Zumal ich auf eine warme Küche nicht verzichten möchte. Unsere Küche ist quasi unser eigentliches Wohnzimmer und da mag ich es dann doch eher um die 20°C warm. Wenn ich mir nun vorstelle, dass abwechselnd mein Sohn und meine Tochter im Winter bei Minusgraden das Fenster öffnen, nur um zu gucken, ob der Kühlschrank (also in dem Fall dann die Kühlkiste) etwas gegen die Langeweile beinhaltet … Nee. Dieses Projekt muss wohl überlegt sein und gut durchgerechnet werden.

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  2. Lieber Wolfgang,
    ja, Deine Kernkompetenzen hast Du ja optimal umgesetzt! Dein Stromverbrauch ist echt bewundernswert niedrig, meine Hochachtung. Vielleicht kann man ja in naher Zukunft Kühlschränke oder, besser, Kühlräume entwickeln, die natürliche Kühlung im Winter mit einbeziehen, so dass man Lebensmittel nicht auslagern oder Natureis für die Kühlung des Kühlschranks verwenden muss. 🙂 Zumindest mit gekochten Resten mache ich es im Winter wie Du (habe aber noch keine ähnlich schicke Kühlkiste), im Winter lagere ich Gemüsevorräte im Keller, der am Hang liegend und nach vorne ebenerdig auslaufend im Winter schön kühl, im Sommer aber eher warm und weniger für Lagerung geeignet ist.
    Und „Daumen hoch“ für nur 2000 km mit dem Pkw! Gib’s zu, Du nutzt öfters „Mitfahrgelegenheiten“, eine Mobilitätsoption, die man gerne in der eigenen CO2-Bilanz vergisst, … 🙂
    Heizung ist nochmals ein eigenes Thema und unterschiedlich für Mehrfamilien- oder Einfamilienhäuser zu sehen. Über Absenkung und komplettes Abschalten der Pumpe für den Heiz- und/oder Warmwasserkreislauf kann man bei Mehrfamilienhäuser unterschiedlicher Meinung sein und es keinem wirklich recht machen. Wie es bei uns tatsächlich geregelt ist, weiss ich nicht, gefühlsmäßig ist das Temperaturniveau der Heizung abgesenkt, die Umwälzpumpe abgeschaltet, was manchmal dazu führ, das man bei späterem Nachhausekommen das Wohnzimmer nicht mehr auf Wohlfühltemperatur bringt. Besonders unerfreulich ist das beim Warmwasserkreislauf, da scheint es ähnlich zu sein, will man zu späterer Stunde in der Küche noch Klarschiff machen, muss man sich mit kühl bis lauwarmem Wasser zufrieden geben oder mit dem Wasserkocher arbeiten, ähnlich ist es im Bad am morgen, wenn man mal früher aufstehen und sich vor sechs Uhr mit einer eher kalten Katzenwäsche zufrieden geben muss. Etwas überspitzt formuliert, ist die Heizung und der Warmwasserkreislauf im Grunde genommen vor allem dann an, wenn ich – wie die meisten anderen – außer Haus bin! Das ist dann auch nicht effizient …

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