Veröffentlicht in Abfallvermeidung, Anleitungen, Konsum, Motivation

Mit Stoffwindeln gegen den Wegwerfwahn

Liebe CO2-Fasterinnen und CO2-Faster,

ich heiße Sylvia Moosburger, komme aus Neumarkt i.d.OPf. und mein Vorsatz für die Fastenstaffel ist der Verzicht auf Wegwerfwindeln. Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema und habe mich sogar vor zum kurzem zur Stoffwindelberaterin ausbilden lassen. Für weitere Infos, einfach über Facebook oder Google nach Stoffwindelberatung-Neumarkt suchen 🙂 aber nun zu meinem Beitrag:


1 Tonne Müll…

…klingt das viel? Das ist viel. Das ist die Menge, die entsteht, wenn ein kleines Baby 2-3 Jahre lang mit Wegwerfwindeln gewickelt wird. Anders ausgedrückt: ca. 5000 Windeln!

In Deutschland erblicken jährlich ca. 600.000 Kinder das Licht der Welt und so landen täglich (!) 8 Millionen Wegwerfwindeln auf dem Müll. Laut dem Bund entspricht das 10 % des Restmülls in Deutschland. Das ist eine beachtliche Zahl. Beachtlich vor allem dahingehend, dass man sie so einfach schmälern oder gar vermeiden könnte: Mit Stoffwindeln!Bambino Mio

Besser für die Umwelt…

Mein Spruch zur Geburt unseres Sohnes war „die Welt, ihn die wir ihn geboren haben, wollen wir erhalten und so wenig belasten wie möglich“. Da war es für uns schnell klar, dass wir nicht 10% Restmüll mit verursachen wollen. Das war eine der Gründe warum ich angefangen habe, mich über Stoffwindeln zu informieren.

Das Prinzip ist schnell verstanden und genauso unkompliziert wie eine Wegwerfwindel anzulegen. Es gibt in Deutschland ausgebildete Stoffwindelberater. Man braucht also nicht davor zurück schrecken und sagen „damit kenne ich mich nicht aus!“. Anders gesagt: wer es schafft eine Wegwerfwindel anzulegen, der schafft das auch mit einer modernen Stoffwindel. Das System ist einfach: Es gibt eine
• wasserdichte Außenhülle
• Saugmaterial aus Stoff für Urin
• Ein Windelflies für das Kacka, das so in der Toilette entsorgt werden kann

Besser für die Gesundheit…

In unserem medialen Zeitalter weiß man viel über hormonverändernde Weichmacher im Plastik und Schadstoffe (Dioxine) in Wegwerfwindeln wie Pampers. Man tröstet sich aber damit, dass keine Grenzwerte überschritten werden. Kein Windelhersteller wird sich je genau zu Inhaltstoffen äußern und das nicht ohne Grund. Gift bleibt jedoch immer Gift und Müll bleibt immer Müll…

(weitere Infos dazu in der ZDF Mediathek unter: https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/schadstoffe-in-windeln-100.html
oder das Öko-Test Fazit hier: https://utopia.de/oeko-test-windeln-testsieger-mit-erdoel-belastet-65043/).

In Stoffwindeln sorgen natürliche und atmungsaktive Materialien für Tragekomfort. Die Windeln fördern gegenüber herkömmlichen Wegwerfwindeln die natürliche Beugespreizhaltung des Babys und unterstützen so eine gesunde Entwicklung der Hüftgelenke. Es kommt Luft an den Popo, die Haut kann atmen und reagiert weniger mit Rötungen oder Ausschlag.

Besser für den Geldbeutel…

Bei einem Stückpreis von im Schnitt 26 Cent pro Wegwerfwindel ergibt das bei 5.000 Windeln eine Summe von 1300 Euro. Eventuell anfallende Müllgebühren sind dabei noch nicht berücksichtigt. Das Einsteigerpaket für Stoffwindeln kostet ca. 300 Euro, je nach Marke. Somit kann man bis zu 1.000 Euro sparen und weit mehr, wenn die Windeln bei weiteren Kindern zum Einsatz kommen.

Fotos
Bild 1: https://www.stoffwindelberatung-neumarkt.de/
Bild 2: https://www.bambinomio.com/de/faqs

Autor:

Klimaschutzmanager der Stadt Neumarkt i.d.OPf.

16 Kommentare zu „Mit Stoffwindeln gegen den Wegwerfwahn

  1. Also,
    als Windelmanufaktur, die Stoffwindeln verkaufen möchte, kann ich nachvollziehen, dass man das Frischwasser/Abwasserproblem herunterspielen will. Aber wie sieht es tatsächlich aus:

    Es stimmt, dass es vereinzelt örtlich zu Problemen mit der Abwasserentsorgung kommen kann.
    Das Umweltbundesamt weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass dieses Problem nicht durch die Haushalte zu lösen ist, sondern durch die Wasserver-und entsorger. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA) betont: „In Zeiten der Klimaänderung tut Deutschland gut daran, beim Wassersparen nicht nachzulassen.“ (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/wassersparen-sinnvoll-ausgereizt-uebertrieben, aufgerufen am 27.02,2018).

    Das Bayerische Landesamt für Umwelt schreibt folgendes: „Wasser zu sparen ist sinnvoll und notwendig, wenn es darum geht, Wasserverschwendung zu vermeiden sowie Wasser bewusst (und gezielt) einzusetzen….(Quelle: https://www.lfu.bayern.de/wasser/trinkwasserversorgung_oeffentlich/trinkwasserverbrauch/index.htm, aufgerufen am27.02.2018).

    Ich selbst lebe, wie viele Franken in einem wasserarmen Gebiet. Große Bereiche Nordbayerns hängen am südbayerischen Wassertropf, d.h. große Teile Nordbayerns beziehen ihr Trinkwasser über lange Rohrleitungen aus Südbayern (Quelle:https://www.lfu.bayern.de/wasser/trinkwasserversorgung_oeffentlich/wasserversorgungsunternehmen/struktur/index.htm, aufgerufen am 27.02.2018). Des Weiteren wird auch Wasser über Brochbachsee, Altmühlsee und den Main-Donau-Kanal in den wasserarmen Norden geleitet (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/bayern/wassermanagement-auf-pump-1.2615068, aufgrufen am 27.02.2018).

    Fazit: Also doch weiter Wasser einsparen!!!

    Die Promotionsarbeit kann ich im Netz nicht finden, aber ich habe einen Hinweis in einer Bundestagsdrucksache von 1990 gefunden, die auf diese Arbeit verweist:

    „Nach den Ergebnissen dieser Studie zeigt keine der beiden Win-
    delarten bei Berücksichtigung sämtlicher Umweltaspekte wie
    Rohstoffbedarf, Abfälle, Abwasser, Abluft und Energiebedarf ein-
    deutige Vorteile. Zu bemerken ist, daß die Verwendung der zwei
    Windelarten unterschiedliche Umweltauswirkungen zur Folge
    hat. Während bei Baumwollwindeln — bedingt durch die Wäsche
    der Windeln — häusliches Abwasser anfällt, fallen bei der Hös-
    chenwindel größere Hausmüllmengen an.“ (Quelle: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/11/067/1106772.pdf, aufgerufen am27.02.2018).

    Daran hat sich nicht so sehr viel geändert, außer das Einmalwindeln heute nur noch thermisch verwertet werden. Da dabei Energie gewonnen wird und dadurch CO2 Gutschriften erzeugt werden, haben die Einwegwindeln m. E. eher etwas die Nase vorn.

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    1. Liebe Ökotussi,

      es ist erstaunlich wie du dich da reinhängst. Es ist doch in Ordnung, dass du es anders gemacht hast. Jeder tut seinen Teil. Ich bin des Hin- und Her schiebens der Quellen etwas müde. Jeder wird die finden, die den Standpunkt bestätigen. Frau Oppitz verkauft Windeln. Richtig. Wäre es nicht ökologisch, würde sie noch heute stoppen. So meine Kenntnis dieser Frau. Wegwerfwindeln werden unter der Berücksichtigung richtiger Nutzung von Stoffies, nie die Nase vorn haben können.

      Ich finde toll, wie sehr du dich um die Thematik der Ökologie beschäftigst. Weiter so! Gleiches werde ich auch tun 😉

      Und jetzt wird die Energie & Zeit doch besser in Familie und unseren Stoffipo investiert.

      Lg

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  2. Hallo ihr lieben StoffwindelwicklerInnen,

    wie ihr vermutlich erraten habt, habe ich meine Kinder mit Wegwerfwindeln gewickelt. Bevor ihr jetzt stöhnt, möchte ich folgendes mitteilen: Eine Studienkollegin von mir hatte ein paar Jahre vorher zu dem Thema Umweltverträglichkeit von Stoffwindeln gegenüber Einwegwindeln promoviert und war zu dem Ergebnis gekommen, dass Einwegwindeln umweltverträglicher sind.

    Und wenn ich mir die Blogbeiträge anschaue, geht es euch in erster Linie um das Thema Ressourcen und Abfallvermeidung. Aber wie sieht die Wasser-Abwasserschiene aus und was ist mit dem Energieaufwand für die Stoffwindelwäsche.

    Katrin hat geschrieben, dass alle zwei Tage eine 60 Grad Maschine an Saugmaterial anfällt, d.h.
    185,5 Maschinen mit 60 Grad pro Jahr plus die Überhosen auf 40 Grad. Macht also circa 200 Waschmaschinen voll. Nehmen wir mal an 50 l Wasser pro Waschgang (wenig, da moderne Maschine), wären das also 10.000 l Wasser. Hinzu kommen noch 15 l pro Tag für die Toilettenspülung (2 x feste Bestandteile), also nochmal ca. 5.000 l dazu. Also 15.000 l pro Jahr und Kind an Trinkwasserverbrauch (falls man kein Regenwasser nutzen kann) und etwas weniger an Abwasseraufkommen. dazu kommen noch mindestens 150 kWh an Strom pro Jahr. Wenn man die Windeln nicht draußen oder in einem ungeheiztem Raum trocknen kann, fallen noch zusätzliche Kosten an, da man bei der Trocknung im beheiztem Zimmer mehr lüften und mehr heizen muss, um kein Feuchtigkeits- bzw. Schimmelproblem zu bekommen. Für die Winterzeit kann dann ein moderner Wärmepumpentrockner günstiger sein. Die effizientesten verbrauchen ca.1,5 kWh pro Trockenvorgang. Macht bei 100 Trockenvorgängen (Heizperiode) nochmals mindestens 150 kWh.
    Wie gesagt, dies soll energetisch günstiger sein, als der Trockenvorgang im beheiztem Zimmer.

    Übrigens, wenn Windeln thermisch verwertet werden gibt es dazu noch eine CO2-Gutschrift, da durch die thermische Nutzung der Einsatz fossiler Energieträger vermindert wird. Dies war bei den Windeln meiner Kinder der Fall. Bei einem Wickelkind hat uns übrigens immer die kleinste Restmülltonne gereicht, ohne Überquellen und auch ohne Gestank und ohne zusätzliche Entsorgungsgebühren.

    Falls es sich noch nicht herum gesprochen hat. Seit dem 01.06.2005 ist die Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle in Deutschland verboten.
    https://www.bmub.bund.de/pressemitteilung/verbot-der-muelldeponierung-tritt-puenktlich-in-kraft/
    Dazu gehören auch die Windeln.

    Und noch ein Satz zum Ressourcenverbrauch: Der weitaus größte Anteil an der Windel besteht aus Zellulose, die aus Holz hergestellt wird. Dies ist ein nachwachsender Rohstoff und solange Holz in Massen verbrannt wird, liegt diesbezüglich wohl noch kein Mangel vor.

    Und abschließend noch ein Link für das erste Windel-Kraftwerk,
    https://www.focus.de/finanzen/news/energie-windelkraftwerk-schreibt-schwarze-zahlen_aid_633961.html.

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    1. In Kürze…
      Wasser: ist kein Thema, da wir in Deutschland quasi zu viel Wasser einsparen und teilweise Frischwasser (!) durch die Kanalisation gepumpt werden muss. ZB https://www.windelmanufaktur.com/de/blog/wassersparen oder auch kürzlich vom Müllpfropfen in London gelesen?
      Ich persönlich wasche alle 4-5 Tage. Mit den Wegwerfwindeln zu beginn war das öfter, da vollgekackte Bodies, Hosen, Pullis durch Kackplosionen 🙂 Hatten wir mit Stoffies nicht mehr.
      Trocknen: Wäsche hängt im gut belüfteten Keller unbeheizt. Wie gesagt, sticht die Nutzung des Trockners den ökologischen Vorteil etwas aus.

      Ich stöhne nicht ob deiner www Nutzung, da ich dich nicht kenne, werd ich sicher nicht urteilen. Das wäre anmaßend. Die Promotionsarbeit würde mich sehr interessieren. Alle Studien die ich kenne, kommen zu einem anderen Ergebnis.
      Der Energieaufwand für Wäsche wird mindestens kompensiert durch Herstellung für Einmalnutzung etc.

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  3. Dass Stoffwindeln nun vielleicht wieder in Mode kommen, freut mich sehr. Habe selber drei Kinder zusammengerechnet 10 Wickeljahre mit Stoffwindeln gewickelt und kann bestätigen, dass Wickeln mit den heute verfügbaren Stoffwindelhöschen kein bisschen schwieriger ist, vom Aufwand des Waschens abgesehen. Dafür spart man sich eine größere und stets stinkende Mülltonne.

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  4. Stoffwindeln versus Einwegwindeln – Was ist ökölogisch besser?

    Darüber streiten sich Experten seit Jahrzehnten. Gesamtökologisch betrachtet hält es sich ziemlch die Waage, auch was den CO2-Ausstoß betrifft (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/leben/nachhaltigkeit-stoffwindeln-oder-wegwerfwindeln-was-ist-oekologischer-1.3043389, aufgerufen am 19.02.2018). 10 % des Restmülls bestehen aus Windeln, ist eindeutig zu hoch gegriffen, die Hälfte kommt ungefähr hin (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/3907.pdf, S.13, aufgerufen am 19.03.2018). Und auch nicht unwichtig: 2018 wird vermutlich das erste Jahr sein, in dem Erwachsene mehr Windeln brauchen als Babys (Quelle: https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Hilfe-bei-Blasenschwaeche-154229.html, aufgerufen am 19.02.2018).
    Restmüll wird in Deutschland ja thermisch verwertet, daher ist nur von geringem Interesse, wie lange es dauert bis eine Einwegwindel abgebaut ist oder wie groß der Müllberg ist, der dadurch verursacht wird. Aus den entsorgten Windeln wird somit wenigstens der Energieinhalt zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt.
    Hinsichtlich des Schadstoffgehaltes von Wegwerfwindeln braucht man sich auch keine Sorgen machen, die werden gut untersucht.
    Mir ist auch nicht bekannt, dass Babys, die in den letzten Jahrzehnten mit Einwegwindeln gewickelt wurden, vermehrt Hüftprobleme haben. Ich kann mich sogar daran erinnern, dass dies früher ein Argument für Einwegwindeln war. Das gleiche gilt für Hautreizungen.

    Meines Erachtens eine reine „Glaubensfrage“. Man sollte jedoch auch die Hygiene mit einbeziehen. 60 Grad Wäsche heißt nicht tatsächlich mit 60 Grad waschen. Meistens erreichen die modernen Waschmaschinen nur gut 40 Grad Cesius. Also vielleicht doch lieber „Kochwäsche“. Und ich würde auf jeden Fall ein Vollwaschmittel mit Bleichmittel benutzen. Der Hygiene zuliebe.
    Und was meines Erachtens gar nicht geht, ist das Vlies über das Abwasser zu entsorgen. Es gehört in den Restmüll (Quelle:https://www.zerowastefamilie.de/Wie-entsorgt-man-Windelvlies-f-.htm).

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    1. Vielen Dank für deine interessanten Linktipps. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass jedes Produkt, was mit hohem
      Energieaufwand und Ressourcen Einsatz hergestellt werden muss und dann nur eine sehr kurze Lebensdauer hat (wie ein Windel) sollte vermieden werden. Thermische Verwertung hin oder her… Stoffwindeln kann man bei angemessener Pflege für viele Kinder verwenden. Und nur weil unser Restmüll weiter aufbereitet wird, trifft dies nicht auf alle Länder zu und auch deswegen ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen wie lange es dauern würde eine konventionelle Windel abzubauen. Möchte man diesem Dilemma entgehen, bleibt nur der ganz konsequente Weg: Babys „abhalten“ und gar keine/kaum Windeln zu nutzen (https://www.windelwissen.de/windelfrei-signale-standardsituationen/). Dieses Prinzip funktionierte vor der Erfindung der Pampers sowieso und ist viel älter und natürlicher als das Wickeln mit Windeln (http://www.gentleparenting.co.uk/kc/introduction-to-baby-led-potty-training/?doing_wp_cron=1519107034.3908860683441162109375).

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      1. Du sprichst mir aus dem Herzen. Wir haben viele gebrauchte Stoffwindeln von Freunden bekommen und dann noch Extra-Kleine diazugekauft. Alle unsere drei Kinder haben die Windeln genutzt, jede unserer Stoffwindeln hat also inzwischen drei bis sieben verschiedene Kinderpopos beglückt, und Hygieneprobleme haben wir auch keine gehabt. Was natürlich traurig ist, ist, dass Archäologen in 1000 Jahren nur die Essgewohnheiten der anderen untersuchen können, weil unsere Faeces nicht in Plastik konserviert auf der Mülldeponie gelagert sind. Schade.

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        1. Da hast du recht. Unsere ersten Windeln vom Flohmarkt & dem Alter nach waren da sicher auch schon viele viele Popos drin.

          Das mit den Archäologen in 1000 Jahren finde ich eine witzige Vorstellung 🤣

          Ich dürfte in einem Termin diese Woche lernen, dass Windeln inzwischen gänzlich mit verbrannt werden und nichts mehr in die Landfill kommt. Folglich ist auch die Kacke im Müll nicht mehr das Problem, denn (ich zitiere) „ die brennt doch wie Hölle“.

          Trotzdem traurig, dass das alles nötig ist nur weil wir den Müllberg nicht besser in den Griff bekommen!

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    2. Hallo Ökotussi 2017,

      ich versuche auf alles einzugehen, im Schreiben ist das jedoch sehr gerkürzt. Könnte in einem Buch antworten 😉

      > Gesamtökologisch hat es Vorteile wenn von mir obige Aspekte (Maschinenbefüllung, Trockner) beachtet werden. Und: eine Stoffwindel trägt meist nicht nur ein Kind.

      > der thermischen Verwertung bin ich mir durch den Kontakt zu unserer Abfallwirtschaft bewusst. Dies ist jedoch keinesfalls ein Vorteil sondern ein Nutzen aus dem Übel wenn man so will.

      > es sind durchaus in einigen Städten 10%. Siehe Untersuchungen des BUND. Man bewegt sich immer irgendwo zwischen 5-10%. Allerdings garnicht diskussionswürdig für mich. Auch wenn es 2% wären, wären sie vermeidbar.

      > bzgl. der Schadstoffgehalte in www (Wegwerfwindeln) würde ich mir definitiv Gedanken machen. Nicht wenige der Kunden in unserem Beraternetzwerk müssen (!) auf Stoffwindeln umstellen, da sie sehr auf Inhaltsstoffe reagieren. Sie werden selbstredend überprüft. Wer jedoch setzt Grenzwerte 😉 Es ist wie mit unseren Lebensmitteln. Ich bevorzuge auf Selbstverantwortung zu setzen und Gegebenes kritisch zu hinterfragen. Meinerseits blieben viele Anfragen bei namenhaften Windelherstellern unbeantwortet.

      > www führen natürlich nicht zu Hüftproblemen. Wenn allerdings Hüftproblem im Ansatz festgestellt werden, wird von je her empfohlen „breit“ zu wickeln. Im Gespräch mit einem Kinderarzt kann, je nach Ausmaß des Befundes, durch das Stoffwickeln eine Spreizhose unnötig sein (v.a. wenn zusätzlich ergonomisch getragen wird).
      Hautreizungen/ Rötungen etc können mit dem Wechsel von www zu Stoffis perfekt vermieden werden (insofern wir nicht gerade von Zahningsstuhl reden 😉 )

      > Waschempfehlungen werden immer auf die Maschine abgestimmt. Auch hier habe ich schon einmal Rücksprache mit zwei namenhaften örtlichen WaMa Vertrieben gesprochen. 60 Grad sind jedoch meist (!) ausreichend. Windeln werden immer mit Bleiche gewaschen, jedoch nie Chlorbleiche sondern Sauerstoffbleiche. Dies gibt es vereinzelt fertig gemischt. Ich bevorzuge selbst zusammen zu führen.

      > Windelvlies wird und darf NIE über das Abwasser entsorgt werden. Der Kot wird ins Klo geschüttet, da Fäkalien, wie bei www praktiziert, nicht in die Verbrennung gehören. Vlies wird auch zig-fach mitgewaschen, bis es weg geworfen wird.

      Von einer Glaubensfrage kann hier gänzlich nicht gesprochen werden. Eher von Verantwortung.
      Ich finde es jedoch toll, all das kritisch zu hinterfragen. Das habe ich auch getan bevor ich startete.

      Bin dann mal weg, Termin bei der Abfallwirtschaft 😉

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  5. Liebe Sylvia, ein toller Beitrag,du sprichst mir aus der Seele und hast mich um das Verfassens eines eigenen Blogbeitrags erleichtert. Auch wir wickeln seit Geburt unserer Tochter mit Stoffwindeln- und es klappt einfach wunderbar. Ich war sofort total begeistert wie einfach und gleichzeitig nachhaltig es ist. Meiner Meinung nach sollte das in jedem Vorbereitungskurs besprochen werden. Zurzeit boomen bei uns die Geburten im Freundeskreis und von 5 Babies werden 3 mit Stoffwindeln gewickelt💪🏻Auch mein Mann ist Feuer und Flamme und hat während einer Forbildung im Januar eine schwangere Kollegin in die ganze Marterie der „Stoffys“ eingearbeitet- das Baby ist mittlerweile auf der Welt und strampelt munter mit Stoffys am Po auf der Decke☺️ Ich bin total stolz auf ihn und hoffe es werden noch viele Nachahmer gefunden: ein einfacher, hübscher und günstiger Weg, den persönlichen Abfall und damit auch CO2 Ausstoß zu verringern.

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    1. Hallo Katrin, das ist wirklich toll 🙂 Ich finde auch, dass es ja tatsächlich zu einfach ist, es nicht zu tun. Der Papa hatte hier auch nie Schwierigkeiten. Ich wünsche mir der Sache wegen auch eine weite Verbreitung – daher die Beraterausbildung. Es ist ja eher Spaß an der Sache, denn mein Broterwerb ist was anderes.
      Bei uns war es zum Glück Teil des Vorbereitungskurses! Dann haben auch alle (!) mit Stoff gewickelt. Toll!

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  6. Schick schauen sie aus, die Stoffwindeln! Neu für mich und interessant zu wissen ist, dass nicht „alles“ direkt in der Windel landet, sondern im Flies und im extra Saugmaterial. Das erleichtert das Waschen und hält die Windel länger trocken – das macht das ganze noch charmanter :).
    Interessant wäre für mich nun noch der Vergleich der Ökobilanz. So eine Stoffwindel muss ja auch gewaschen werden und um eine Maschine voll zu kriegen plus die Windel wieder trocken, brauche ich doch mehr als 8 Windeln – oder?
    Und: Gibt es nicht auch zudem den Windelwaschservice? Ist das bilanziell besser oder schlechter?

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    1. Liebe Susanne, ja sie sehen richtig chic aus die Windeln nicht wahr;) zu deiner Fragen nach dem Waschen: bei jedem Windel Wechsel wird nur die saugfähige Schicht( das können klassische Mullwindeln, Frotte Tücher oder auch spezielle Einlagen aus Baumwolle/Hanf/Bambus sein) und das darüber liegende Windelvlies gewechselt und in einer Nasstasche oder Windeleimer gesammelt. Die Überhose kann (sofern die unbeschmutzt ist) weiter verwendet werden und wird dann nur mit einer neuen Lage saugfähigem Material bestückt. Wir hängen die sauberen Überhosen nach jedem Wickeln zum auslüften aus und nehmen dann eine andere. Alle 2 Tage waschen wir eine Ladung der Windeln(also dem Saugmaterial) bei 60grad mit ökowaschmittel und Regenwasserzufuhr in der Waschmaschine. Die Überhosen werden bei uns 1x pro Woche bei 40 Grad mit unserer übrigen Wäsche zusammen gewaschen. Da wir wie gesagt Ökostrom,Ökowaschmittel und Regenwasser in unsrer energieeffizienten Waschmachine benutzen, sollte die Ökobilanz wesentlich besser sein als bei Wegwerfwindeln.

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      1. Liebe Susanne, 8 Windeln reichen nicht, dass ist richtig. Je nach System variiert die Menge sehr. Es gibt ca. 6 verschiedene Systeme und diese funktionieren teils sehr unterschiedlich. Pauschal kann man es garnicht sagen. Es hängt auch davon ab wie oft ich waschen will: alle 3 Tage, alle 5 Tage.

        Bzgl. der Ökobilanz müssen einige Variablen beachtet werden.
        > welches Material wird verwendet: natürlich ist Hanf da weitaus besser als Baumwolle beispielsweise
        > trocknet man mit oder ohne Trockner
        > lastet man Maschinen aus, sprich wäscht man zusammen mit weiterer Kochwäsche

        Man kann durchaus eine bessere Ökobilanz schaffen, muss aber nicht 😉 Generell ist der an Stoffwindeln interessierte Mensch auch oft daran interessiert einen kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen und das ist hier definitiv möglich!

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