Veröffentlicht in Abfallvermeidung, Konsum, Motivation

Hüllenlos…

….. Daniela Wagner, Kreisbrandmeisterin und Kreisjugendwartin des Landkreises Kulmbach verzichtet auf unnötige Plastikverpackungen und will ihre Jugendfeuerwehren zum Mitmachen motivieren, hier kommt Ihr Beitrag:
„Spontan habe ich mich entschlossen bei der CO2- Fastenstaffel mitzumachen und wählte das Thema Plastik-Fasten aus, welches mir relativ leicht in der Umsetzung erschien. Also meldete ich mich euphorisch beim Klimaschutzmanagement des Landkreises Kulmbach an. „Toll, wieder den Mund ganz schön voll genommen“, dachte ich mir in den ersten Tagen der CO2-Fasten-Staffel. Dabei schien das Thema total easy auf den ersten Blick zu sein, wenn man nicht genauer hinschaut und sich keine Gedanken macht. Ich denke, dass geht vielen von uns so. Aber warum ist dass so? Sind wir alle etwas bequem geworden und machen wir uns gar keine Gedanken mehr wie was hergestellt wird und was danach damit passiert?

Der Gang in den ersten großen Verbrauchermarkt….da stehen sie, die frischen großen Erdbeeren. Sie strahlen mich förmlich in ihrer tollen Verpackung an….aber Stop….März  ist einfach nicht die Zeit für frische Erdbeeren. Logo, sie kommen ja auch aus Spanien. Vor ein paar Tagen hätte ich sie tatsächlich noch mitgenommen, aber jetzt ließ ich sie stehen. Nicht nur wegen der doppelten Plastikverpackung  sondern auch deswegen, weil hierfür eine Unmenge an Wasser notwendig ist und in einer Region entnommen wird, in der es an Wasser fehlt. Stolz auf mich (ich freu mich jetzt schon auf die eigenen Erdbeeren im Garten), ging es dann zu den Bananen. So viel Auswahl gibt es hier und zum Glück auch unverpackte. Also, rein damit in die Stofftasche.
Die Frau neben mir wählte auch unverpackte Bananen und dann musste ich Luft holen, …..sie nahm dann eine der an den Obstständen hängenden Plastiktüten und steckte sie da rein. In dem Moment fragte ich mich, warum, …. und das fragte ich sie auch. Die Antwort bewirkte eine kleine Pulssteigerung in mir. Ob ich nicht wüsste, antwortete mir die Frau  wie viele Hände und sonstiges vorher an den Bananen waren? Kopfschüttelnd fragte ich mich, wer bitte isst Bananenschalen mit?
Die Tüten an den Obstständen sind überflüssig, also hab ich mal die Marktleitung darauf angesprochen, ob man das nicht anders regeln könnte (z.B. Korb an die Kasse stellen etc.) was mit einem entschuldigenden Lächeln in Richtung Zentralleitung kommentiert wurde. Na gut, werde ich die nächsten Tage halt mal mit denen telefonieren oder schreiben, vielleicht ändert sich ja etwas. Ich bleibe auf jeden Fall hartnäckig.
Und nehme mir vor, auch wieder mal öfters den Wochenmarkt zu besuchen, dort bekommt man überwiegend regionales Obst und Gemüse und vor allem

Hüllenlos…mal ehrlich, wer von euch dachte bei der Überschrift an Plastik-Fasten 🙂

bis bald!“

Eure Daniela

 

3 Kommentare zu „Hüllenlos…

  1. Hallo Susanne Stangl,
    manche Verpackungen lassen sich in der heutigen Zeit leider nicht mehr vermeiden. Aber auf Ihre Frage in Bezug auf Obst und Gemüse. Es kommt halt immer darauf an was ich kaufe und vor allem wo. Wenn man sich überlegt, dass viele Obst- wie auch Gemüsesorten teilweise tagelang bereits auf der „Handelskette“ unterwegs sind, ist ein schneller Verderb manchmal nicht verwunderlich. Ich habe mir angewöhnt nur noch saisonales Gemüse zu kaufen und auch nur so viel, wie man relativ zeitnah verzehren kann. Somit lagert nix mehr bzw. sehr wenig im Kühlschrank. Sollte ich mal Karrotten oder auch Spargel längere Zeit lagern müssen, schlage ich diese in ein feuchtes Wischtuch ein – dann in den Kühlschrank – damit der Wasserverlust relativ gering bleibt. Bei der Lagerung von Obst achte ich darauf, dass ich manche Sorten getrennt halte. Hintergrund ist der „Nachreifeprozess“ einzelner Sorten.
    Zum einkaufen benutze ich heute meine tolle Stofftasche (von der ich einige habe) und einen Weidekorb. Lustig ist hier, dass ich das als Kind mit meinen Eltern ebfalls so gemacht habe…..Weidekorb und ab auf dem Bauernmarkt oder direkt zum Landwirt/Direktvermarkter…..back to the roots..:-). Die Papiertüten sind sicherlich besser als Plastik, aber für Papiertüten brauchen wir wieder Holz….und wie oft verwenden wir mehrmals eine Papiertüte? Ich finde es toll von Ihnen, dass Sie Verpackungen einsparen und sich darüber Gedanken machen. Dann sind wir schon 2 :-).
    LG Daniela Wagner

    Gefällt 2 Personen

    1. Vielen Dank für die weiteren Tipps, Daniela Wagner! Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen versuchen, „Plastik zu sparen“ und die Händler das am Umsatz merken. Sehr schade finde ich es immer in Ökomärkten, viele bieten z.B. Feldsalat, in der kalten Jahreszeit der optimale Blattsalat, nur in Schalen und in Folie verpackt an, warum? Allerdings muss man umgekehrt sagen, was im Laden als offenes Produkt angeboten wird, kann eventuell auch kleinteilig verpackt angeliefert werden.

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  2. Liebe Daniela Wagner,
    unnötige Verpackung ist wirklich ein Unding und unnötig. Auch ich versuche mehr und mehr, verpackte Produkte zu vermeiden. Ein echt guter Vorsatz, den man auch nach der Fastenzeit gut weiter verfolgen kann!
    Ich persönlich finde manches aber zum Teil sinnvoll. Lege ich z.B. Salat oder empfindliches Gemüse offen in den Kühlschrank oder sonstigen kühlen Raum, verliert das Grüngut schnell an Frische und verdirbt rascher. Für solche Produkte gibt es meistens keine passenden Mehrweg-Behältnisse, die auch noch gut in den Kühlschrank passen.
    Die zweite Überlegung: Sind Papiertüten, wie in der Regel im Ökomarkt als Alternative angeboten oder auf dem Bauernmarkt üblich, die bessere Alternative wie ganz dünne Plasitktüten, optimalerweise aus organischem Material? Über Tipps und Hinweise freue ich mich!

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